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Europa
China
Die Familie der Paeoniaceae
Verbreitung
Stauden- und Strauchpäonien
Erscheinungsbild
Verwendung
Floristik
Begleitpflanzen
Pflanzung
Entwicklung
Pflege
Krankheiten
Staudenpäonien
Strauchpäonien
Die Päonienzüchtung in China
Die Päonienzüchtung in Japan
Die Päonienzüchtung in Europa
Die Päonienzüchtung in den USA
«Nassos Daphnis»
«Itoh-Hybriden / Intersectionals»
Die Päoniensammlung der Ingenieurschule Wädenswil
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Kaum eine andere Gartenpflanze hat eine so lange, weit zurückreichende Geschichte wie die Päonie, die in China seit über 4000 Jahren kultiviert wird. Es gibt Hunderte von Kulturformen, von denen in Mitteleuropa bisher nur wenige in den Gärten zu finden sind. |
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In China, dem wichtigsten Ursprungsland der Päonien, entstand eine Menge herrlicher Darstellungen von der Tang-Dynastie bis zur Gegenwart. Hier eine Abbildung von Chiang T'ing-hsi (1669 - 1732) aus der Zeit der Ch'ing-Dynastie. |
Europa
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In der Antike wurde sie als Medizinalpflanze hoch verehrt. Päon, der Arzt der griechischen Götter - nach ihm wurde die Pflanze in der Antike benannt - heilte mit Päonienwurzeln den von Herakles verwundeten Hades (Gott der Unterwelt). Die Päonie tauchte in den Kräuterbüchern der Antike und des Mittelalters immer wieder auf. Die Benediktiner brachten sie im Frühmittelalter in die Klostergärten der Alpennordseite - der Name Benediktinerrose erinnert noch daran - von wo aus sie rasch den Weg in die Bauerngärten fand. Im Spätmittelalter entstand die gefüllte, heute in vielen Gärten blühende Form der Paeonia officinalis, die auf zahlreichen holländischen Blumenbildern dargestellt wurde, aber wahrscheinlich eine spätmittelalterliche Hybride ist. Die Päonienblüte stand in der christlichen Symbolik für Reichtum, Heil und Heilung, weibliche Schönheit und galt als "Rose ohne Dorn". Im übrigen wurden im Mittelalter die Päonien oftmals mit ihren reifen Samenständen dargestellt, da wohl die Samen, nicht aber die Blüten eine medizinische Bedeutung hatten. Die mittelalterlichen Ärzte empfahlen die Päonien unter anderem als Mittel gegen Blasenstein, Gelbsucht, Bauchschmerzen, Durchfall, Geburtswehen, Alpträume, Fallsucht (Epilepsie) und Wahnsinn. Verwendet wurden meistens die Wurzeln und Samen der Pflanzen. Die Kräutersammler im Mittelalter mussten ausserdem höllisch aufpassen, dass ihnen beim Ausgraben der Wurzeln kein Specht zuschaute, da diese Vögel ihnen sonst die Augen ausgehackt hätten. |
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Eines der schönsten Bilder der Paeonia officinalis finden wir im Altargemälde «Maria im Rosenhag» von Schongauer in der ehemaligen Dominikanerkirche in Colmar. Der Bildausschnitt zeigt eine offene Päonienblüte mit Rosen- und Päonienlaub. |
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Im 19. Jahrhundert entstanden in Europa nicht nur zahlreiche neue Päoniensorten, die heute noch zu den schönsten zählen, sondern auch viele Päoniengemälde. Bekannt sind die Bilder von Manet, Renoir, Fantin-Latour, Gauguin und Delacroix.
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Päonienstrauss in Vase, Edouard Manet, 1864 |
China
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In China war die Päonie die Blume schlechthin. Seit uralter Zeit als Medizinalpflanze genutzt, gelangte sie sehr früh in die Gärten. Zahlreiche Gedichte, Gemälde und Abbildungen auf Vasen verherrlichen die Schönheit dieser Blume, die sich der Sage nach sogar dem allmächtigen Willen der Kaiserin Wu Zetian aus der Tang -Dynastie widersetzte. Als einzige Blume weigerte sie sich, auf ihren Befehl im Winter zu blühen und wurde dafür zur Strafe aus den Kaiserlichen Gärten verbannt. Der Zorn der exzentrischen Kaiserin ging noch weiter: Sie befahl, alle Päonien in der Hauptstadt zu vernichten. In der Päonie 'Jiu Zui Yang Fei' (Betrunkene Kaiserliche Kokubine Yang) lebt die Konkubine Yang fort, deretwegen der damalige Kaiser seine Regierungspflichten sträflich vernachlässigte. |
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Päoniendarstellung von Lang Shih-ning (Giuseppe Castiglione, 1688 - 1766) aus der Ch'ing-Dynastie. Der italienische Jesuitenpater, Maler und Architekt lebte und arbeitete am Hof des Kaisers Ch'ien Lung, wo er unter anderem dieses Päonienbild malte. |
Die Familie der Paeoniaceae
Die Botaniker ordneten die Päonien ursprünglich der Familie
der Hahnenfussgewächse zu. Der häufige Hahnenfuss unserer
Gärten und Wiesen gab dieser Familie, der unter anderem
Clematis, Christrosen, Rittersporn, Eisenhut, Anemonen, Winterlinge
etc. angehören, ihren Namen. Seit 1950 bilden die Päonien
eine eigene Familie, die Paeoniaceae oder
Pfingstrosengewächse, da sich bei ihnen die Staubgefässe in
der Blütenanlage der Knospen von innen nach aussen entwickeln,
im Gegensatz zu den Ranunculaceae oder
Hahnenfussgewächsen, wo sich die Staubgefässe von aussen
nach innen entwickeln.
Verbreitung
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Die Pfingstrosengewächse sind über die ganze nördliche Erdhalbkugel verbreitet. Von Nordwestafrika über Spanien, Frankreich, Italien und den ganzen Mittelmeerraum ,über den Kaukasus und Innerasien bis nach Japan wachsen und blühen wilde Pfingstrosen. Selbst in Nordamerika, in den Staaten Oregon, Idaho und Kalifornien, findet man Päonien, die man auf Grund ihrer Erscheinung beinahe als lebende Fossilien bezeichnen könnte. Die Strauch- oder Baumpäonien dagegen sind ausnahmslos in China beheimatet. |
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Verbreitungskarte der Päonien in Eurasien |
Strauch- und Staudenpäonien
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Damit ist schon gesagt, dass es nicht nur staudige,
sondern auch strauchige Pfingstrosen gibt. Der Unterschied
ist einfach: Bei den Staudenpäonien sterben im Herbst
die oberirdischen Teile ab, um im Frühling aus
unterirdischen Knospen neu auszutreiben. Strauch- oder
Baumpäonien dagegen verholzen und verhalten sich wie
Blütensträucher. Beiden ist gemeinsam, dass sie
sehr alt werden können. |
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Die mächtige Paeonia lutea var. ludlowii |
Erscheinungsbild
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Vom Frühling bis zum Herbst sind die Pfingstrosen attraktive Pflanzen: Vom Austrieb im zeitigen Frühjahr über die Blütezeit bis zum Herbst, wenn viele von ihnen ihre grossen Fruchtstände mit den glänzenden blauschwarzen (keimfähigen) und roten (tauben) Samen - besonders schön sind die Samenkapseln der Wilddarten - entfalten und manche eine schöne Herbstfärbung des Laubes annehmen. Im Staudenbeet und in der Rabatte bilden sie dominante Elemente und lassen sich mit vielen anderen Pflanzen gut kombinieren. Ihr üppiger Wuchs, das attraktive Laub, die verschiedenen Wuchsgrössen, die Fülle ihrer Blütenfarben - zwischen weiss, rosa, gelb und den verschiedensten Rottönen findet man alle Schattierungen - und die lange Blütezeit von Ende April bis Mitte Juni eröffnen dem gestaltenden Gartenfreund viele Möglichkeiten. Ebenso interessant sind die verschiedenen Blütenformen. Man findet einfache, anemonenförmige, gefüllte und halbgefüllte Blüten in den verschiedensten Grössen. |
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Besonders schön sind die Samenkapseln einiger Wildarten. Die blauschwarzen Samen sind keimfähig, die roten taub. |
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Verwendung
Die unterschiedlichen Wuchsformen und Farben der Päonien
erlauben eine vielfältige Verwendung im Garten. Im gemischten
Beet steht die Kombination mit anderen Stauden sowie mit
Gehölzen im Vordergrund. Da die Päonie selbst eine
dominierende Pflanze ist, empfiehlt es sich, diese bei der Planung
als erste zu plazieren. Ein Mindestabstand von 80 bis 90 cm zu
anderen hohen Stauden ist dabei einzurechnen. In Kombination mit
niederen bodenbedeckenden Stauden ist der Pflanzabstand entsprechend
kleiner.
Besonders Strauchpäonien können nicht nur in Gruppenpflanzungen, sondern auch als Solitär in einem Garten wunderbare Akzente setzen.
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Interessant sind die verschiedenen Blütenformen. Man findet einfache, japanische, anemonenförmige, halbgefüllte und gefüllte Blüten in den verschiedensten Grössen (von links nach rechts) |
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Floristik
Wenn Pfingstrosen für den Schnitt verwendet werden, ist es bei
vielen Sorten besser, die Seitenknospen auszubrechen, um einen Stiel
mit einer grösseren und besser geformten Blüte zu bekommen.
Geschnitten wird, wenn sich die Knospen gerade öffnen und Farbe
zeigen, am besten früh morgens. Zum richtigen Zeitpunkt
geschnittene Blüten halten 10 bis 15 Tage in der Vase. Aber
nicht nur die Blüten, auch die gefiederten Blätter passen
vortrefflich in die frühsommerlichen Blumensträusse.
Begleitpflanzen
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Als gute Pflanzpartner eignen sich Stauden, die die Blütezeit der Päonien verlängern, d. h. entweder vor oder nach den Päonien blühen. Christrosen (Helleborus) eignen sich dazu, aber auch niedere oder höhere, zum Teil flächendeckende Stauden wie Frauenmantel (Alchemilla), Steinsame (Buglossoides), Glockenblume (Campanula), Salbei (Salvia), Geranium (Geranium), Mohn (Papaver), Taglilien (Hemerocallis), Aster (Aster), Junkerlilie (Asphodeline), Staudenclematis sowie viele Staudengräser sind ideale Begleiter der Päonien im Garten. Kombiniert man Päonien mit den geeigneten Nachbarpflanzen, steigern sie gegenseitig ihren Effekt. Zur Ergänzung der relativ kurzen Blütezeit der Päonien von Mai bis Juni sind als Begleitpflanzen Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher besonders geeignet. So setzen z.B. Zwiebelpflanzen, zu Füssen der Päonien gepflanzt, im Frühjahr reizvolle Akzente. Dazu gehören Märzenbecher (Leucojum), Traubenhyazinthe (Muscari), Blaustern (Scilla), duftende Narzissen (Narcissus), aber auch Winterling (Eranthis). |
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Die staudige Paeonia wittmanniana var. macrophylla beim Austrieb. Diese Wildart aus dem Kaukasus blüht bereits Ende April. Ihr braunroter Austrieb harmoniert wunderbar zu den ersten Frühlingsblühern im Garten. Die jungen Blätter der sich entfaltenden Pflanze weisen einen aussergewöhnlichen Glanz auf. |
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Pflanzung
Damit sich die Päonien, die mit Ausnahme einiger weniger
Wildarten robuste, wüchsige Pflanzen sind, in Ihrem Garten wohl
fühlen und einen reichen Blütenflor hervorbringen, sollten
beim Pflanzen folgende Punkte beachtet werden:
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So werden Staudenpäonien gepflanzt. |
So werden Strauchpäonien gepflanzt. |
Entwicklung
Päonien sind im grossen und ganzen anspruchslose und langlebige
Gartenpflanzen, die von Jahr zu Jahr schöner werden, wenn man
sie ungestört wachsen lässt. Der endgültige
Pflanzplatz einer Pfingstrose ist deshalb äusserst
sorgfältig auszuwählen, da sie es nicht liebt, verpflanzt
zu werden. In der Regel entfaltet sie ihre volle Blütenpracht
nach 3 Jahren. Dafür gehören Päonien zu den
dauerhaftesten unter den Blütenstauden, und nicht selten werden
gut gepflegte Pflanzen über 50 Jahre alt, ja es sind sogar
über 100-jährige Exemplare bekannt.
Pflege
Im Verlauf des Jahres sind nur wenig Pflegemassnahmen nötig.
Alle Bodenbearbeitungen sind mit äusserster Vorsicht
durchzuführen, damit die Triebe nicht verletzt und die Wurzeln
nicht beschädigt werden. Besser bringt man eine Mulchschicht
(keine Rinden) rund um die Pflanze an, welche den Boden offen
hält.
Während der Vegetationsperiode ist vor allem unmittelbar vor der Blüte darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet. Die im Garten etablierten Päonien sind für eine leichte Düngergabe nach der Blüte sehr dankbar. Das ist wichtig, denn in dieser Zeit werden die neuen Blütenanlagen für das nächste Jahr gebildet.
Im Herbst wird das Laub der Staudenpäonien handbreit über dem Boden abgeschnitten. Im ersten Standjahr ist eine Decke aus Tannreisig als Winterschutz anzubringen. Später ist dies nur noch in extrem kalten Lagen nötig. Einige amerikanische Staudenpäonien können im Frühjahr durch Spätfröste leiden. Es empfiehlt sich, die Pflanzen bei starken Spätfrösten mit einem Vlies zu schützen.
Das Aufbinden ist vor allem bei den üppigen,
gefülltblühenden französischen Sorten der
Staudenpäonien nötig. Die amerikanischen Züchtungen
sind in der Regel standfest. Die Staudenpäonien sollten
sektorenweise, ihrem natürlichen Wuchs entsprechend, und nicht
wie Strohbündel zusammengebunden werden.
Strauchpäonien müssen im allgemeinen nicht aufgebunden
werden.
Krankheiten
An Schädlingen ist hauptsächlich der Dickmaulrüssler
zu nennen, der sich gerne an Blattwerk und Wurzeln vergreift. Bei
warm-feuchter Witterung kann es vorkommen, dass die
Blütenknospen der Staudenpäonien von einem Pilz befallen
und schwarz werden. Der schlimmste Feind aber ist der
Päoniengrauschimmel (Botrytis paeoniae) . Dieser Pilz
kann im Frühjahr bei warm-feuchtem Wetter die jungen Triebe der
Strauchpäonien zum Welken bringen. Dann gibt es nichts anderes,
als diese Triebe bis tief ins gesunde Holz abzuschneiden und zu
verbrennen. Vorbeugend kann ein Fungizid gesprayt oder gespritzt
werden. Übrigens: Päonien am richtigen Ort richtig
gepflanzt, wie oben beschrieben, werden praktisch nie krank.
Staudenpäonien
Im Handel sind nur wenige Wildarten erhältlich. Manche Arten aus
dem Mittelmeerraum sind etwas schwierig zu kultivieren. Die hier
aufgeführten Wildarten sind jedoch robuste, kräftige
Gartenpflanzen, die ihrem Besitzer viel Freude bereiten und für
den Hausgarten sehr zu empfehlen sind.
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Paeonia tenuifolia eignet sich auch für den Steingarten. Diese kleine Päonie mit ihren leuchtend roten Blüten bringt das feinste Laub aller Päonien hervor. Hier ist die gefüllte Form kurz vor dem Aufblühen abgebildet. |
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Paeonia mlokosewitschii aus dem Kaukasus hat grossflächiges, rundes, blaugrau getöntes Laub, und ihre herrlichen, crème-gelben runden Blüten erinnern an eine Butterkugel. |
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Paeonia peregrina aus dem Balkan erfreut uns mit relativ kleinen, schalenförmigen, lachsrot bis leuchtend rot gefärbten Blüten. Von ihr ist eine schöne Auslese unter dem Namen 'Otto Froebel' im Handel. |
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Paeonia officinalis bei Prati di Tivo am Naturstandort. Im Hintergrund der Gran Sasso d'Italia in den Abruzzen. Die Naturform der staudigen Paeonia officinalis blüht mit einfachen, dunkel karminrosa Blüten. Von ihr stammt die leuchtend rot gefüllte "Bueberose", auch Bauernpfingstrose genannt, ab. |
Strauchpäonien
Die Strauchpäonien kommen wild nur in China vor, sind dort
streng geschützt und deshalb kaum erhältlich. Dagegen sind
die schon erwähnte gelb blühende Paeonia lutea var.
ludlowii und die rot blühende Paeonia delavayi im
Handel. Beides sind dankbare, gross werdende Büsche, die ihren
Besitzer mit einer Vielzahl von Blüten erfreuen.
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Paeonia delavayi bringt eine Vielzahl attraktiver, dunkelrot gefärbter Blüten hervor, deren zahlreiche Staubgefässe von den Bienen emsig besucht werden. |
Paeonia rockii ist unter dem Namen 'Rock's Variety' bekannt. Die Petalen ihrer riesigen, weissen, duftenden Blüten weisen herrliche dunkle Basisflecken auf. Die relativ feinlaubige Pflanze ist sehr wüchsig. |
Im Laufe ihrer Kultivierung durch die Menschen in den letzten 4000 Jahren entstanden in vier grossen Regionen der Erde zahlreiche Kulturformen. Es sind dies China, Japan, Europa und die USA. In jüngster Zeit werden auch in Neuseeland und Australien Päonien gezüchtet.
Strauchpäonien
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Schon früh, vor über 4000 Jahren nutzten die Bewohner Chinas die Päonien für medizinische Zwecke. Später begann man auch ihren ästhetischen Wert zu schätzen. In dieser langen Zeit entstanden (und verschwanden auch wieder) zahlreiche Gartenformen sowohl der Stauden- als auch der Strauchpäonien. China ist das eigentliche Ursprungsland der Päonienkultur - aus diesem Lande stammen letztlich unsere schönsten Gartenpäonien Während der Zeit der Sung-Dynastie (960 - 1279) existierte eine weit entwickelte Gartenkultur auf höchstem Niveau. Die chinesischen Gärtner brachten Päonien mit Hilfe von wärmendem Rauch vorzeitig zur Blüte, beherrschten angeblich die Vermehrung der Strauchpäonien mittels Stecklingen und erzielten durch Auslesezucht eine Menge schöner Kultursorten, während im europäischen Frühmittelalter allenfalls in den Klostergärten die Medizinialpflanzen der Antike gezogen wurden. Es existierte damals auch schon eine gute Fachliteratur. Das beste Werk ist der "Bericht über die Päonien von Loyang", geschrieben von einem hohen Beamten namens Ou-yang Hsiu (1007 - 1072). Darin sind Strauchpäonien jener Zeit sowie die damaligen Gartentechniken im Detail beschrieben. Das Schönheitsideal der Chinesen für Päonien waren die stark gefüllten Blüten mit möglichst vielen Petalen. Ihren Züchtungen gaben sie so poetische Namen wie: 'Kraninche in Roter Harmonie', 'Tanzender Grüner Löwe' oder 'Rot der Morgenwolke'. |
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'Yao Huang', zu deutsch 'Gelbe der Familie Yao'. Diese stark gefüllte, crèmefarben blühende Strauchpäonie, deren innere Blütenblätter gelb schimmern, ist heute wieder erhältlich. In der Zeit der Sung-Dynastie war sie die begehrteste Strauchpäonie überhaupt. Sie entspricht dem chinesischen Schönheitsideal einer vollgefüllten Päonie mit einem Kranz schöner Aussenpetalen. Die hier abgebildete Blüte ist noch nicht ganz aufgeblüht und zeigt deshalb noch nicht ihre klassische Form. |
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Staudenpäonien
Gleichzeitig entstanden in China viele Kulturformen der staudigen
Paeonia lactiflora, von denen Ende des 18. Jahrhunderts etliche
nach Europa gelangten und hier weiter gezüchtet wurden.
Strauchpäonien
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Von China brachten Mönche Samen von Strauchpäonien nach Japan. Auch hier wurden die Wurzeln der Strauchpäonien in der Medizin genutzt. Im Gegensatz zu den Chinesen bevorzugten die Japaner einfach bis halbgefüllt blühende Päonien, deren Blüten aufrecht stehen und ein schönes Zentrum aufweisen. Dieses Zentrum besteht aus dem weiblichen, weiss, rot, fast schwarz, grünlich oder violett gefärbtem Fruchtblatt (Kapsel), das von vielen goldgelben männlichen Staubblättern umgeben ist. Im Laufe der Jahrhunderte enstanden hier Strauchpäonien, deren Blüten als Inbegriff vollkommener Schönheit gelten. |
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'Renkaku' (Flug der Kraniche) ist eine typische japanische Strauchpäonie. Eine Besonderheit ist die ganz leichte rosa Färbung des Blüteninneren unmittelbar um das Blütenzentrum, die auf dem Bild allerding nicht sichtbar ist. |
Staudenpäonien
Auch die aus China importierten Staudenpäonien wurden in Japan
weiter gezüchtet. Die japanischen Staudenpäonien weisen oft
ein kugelförmiges Zentrum aus sehr kleinen, nicht fertig
entwickelten Petalen (Staminodien) auf, die von einem Kranz grosser
Blütenblätter umgeben sind.
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'Isani Gidui', auch unter dem Namen 'Isami Jishi' (Lächelnder Löwe) bekannt, ist eine japanische Staudenpäonie. Sie blüht mit zwei Reihen weisser äusserer Petalen, die ein interessantes Zentrum aus crèmefarbenen Staminodien und grünen Stempeln umgeben. Staminodien sind Staubblätter, die keinen Pollen mehr produzieren, aber noch nicht vollständig in Petalen umgewandelt sind, wie dies bei gefüllten Päonien der Fall ist. |
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'Walter Mains' ist eine amerikanische Staudenpäonie mit einer Blüte, die dem japanischen Schönheitsideal entspricht. Interessant sind die rosafarbenen, gelb gerandeten Staminodien, die eine interessante Füllung bilden. Die Pflanze erhielt 1974 die Goldmedaille der Amerikanischen Päonien-Gesellschaft. |
Ende des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten chinesischen Stauden- und Strauchpäonien von China nach Europa. Jetzt setzte die zweite grössere Zuchttätigkeit ausserhalb Chinas ein. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in Europas Gärten diverse Formen von Paeonia officinalis entstanden. Die "Rose des armen Mannes", wie sie auch genannt wurde, führte in Europas Gärten ein eher bescheidenes Dasein. Da man lange Zeit versuchte, mit ihr Wahnsinn zu heilen, bestand ausserdem eine gewisse Scheu vor dieser Pflanze. Mit den chinesischen Stauden- und Strauchpäonien kamen nun alte, während Jahrhunderten durchgezüchtete Pflanzen nach Europa, die in sich schon ein reiches genetisches Potential trugen.
Staudenpäonien
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Nicolas Lemon war wahrscheinlich der erste, der neue Sorten aus Samen dieser chinesischen Staudenpäonien zog. Seine 1824 gezüchtete altrosa blühende 'Edulis Superba' ist heute noch im Handel. In Europa, vor allem in Frankreich, aber auch in England und Deutschland, begannen nun Gärtner wie Dessert, Crousse, Lemoine, Kelway und später Goos & Koenemann auf diesem reichen Fundament aufzubauen. Eine ganze Reihe herrlicher Züchtungen entstand, von denen die meisten französische Namen tragen und die heute noch in vielen Gärtnereien zum Standard-Sortiment gehören. Die aus China eingeführten Staudenpäonien stammen ursprünglich von den verschiedenen Formen der dort heimischen Paeonia lactiflora ab. Diese wachsen höher, haben ein anderes Laub als die Formen der Paeonia officinalis, und vor allem verströmen sie einen herrlichen, feinen Duft. Die grosse Zeit der europäischen Päonienzucht dauerte etwa von 1840 bis zum Zweiten Weltkrieg. Dann wurde es ruhig um die europäische Päonienzucht. Es entstanden nur noch wenige Sorten, vor allem bei Rivière in Frankreich und bei H. Klose in Deutschland, der die Züchtungen von Goos & Koenemann, deren Gärtnerei nach dem Krieg aufgelöst wurde, zu retten versuchte und viele deutsche Sorten bewahrte. |
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'Edulis Superba' ist eine der allerersten
europäischen Staudenpäonien- Züchtungen. Die
stark gefüllte, altrosa blühende Päonie ist
eine |
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'Festiva Maxima', ist eine starkwachsende, weiss gefüllt blühende und sehr fein duftende Päonie und weist an den mittleren Petalen rote, kleine Flecken auf. |
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Strauchpäonien
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Auch bei den Strauchpäonien entstand durch Weiterzüchtung chinesischer und japanischer Kulturformen eine Reihe schöner, europäischer Sorten, die um die Jahrhundertwende in vielen Gärten wohlhabender Bürger anzutreffen waren. Victor Lemoine (1823 - 1911) ** 'Souvenir du Prof. Maxime Cornu' ist eine Züchtung von Louis Henry. |
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'Souvenir de Maxime Cornu' ist eine Lutea-Hybride mit schweren, gelb-rot gefärbten, hängenden Blüten. |
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Bevor die chinesischen und auch japanischen Päonien in die USA gelangten, begleitete die alte Paeonia officinalis die Siedler auf ihrem Weg nach Westen. Erst später setzte hier eine rege Züchtertätigkeit ein. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine grosse Zahl der herrlichsten, in Europa bislang noch meist unbekannter Sorten. Der Schwerpunkt der amerikanischen Päonienzucht lag hauptsächlich bei den Staudenpäonien. Züchter Prof. A. P. Saunders (1869-1953) Sein grösstes Verdienst lag aber darin, dass er die Arbeit Victor Lemoines, den er als "The Great Lemoine" verehrte, in grossem Stil konsequent weiterführte. In der zweiten Hälfte seines Lebens gelang es ihm, die Schönheit der japanischen Strauchpäonien mit den vitalen und feinlaubigen Formen der Paeonia lutea und Paeonia delavayi zu verbinden und deren kräftiges Gelb und Mahagonirot einzukreuzen. |
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'Rasperry Ice' ist eine bombenförmig gefüllt, rosafarben blühende Staudenpäonie, deren Blütenform und -farbe tatsächlich an ein Himbeereis erinnert. |
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'Ballerina' ist eine aussergewöhnliche, gelblich blühende Züchtung von Prof. Saunders. Besonders schön sind die leuchtend roten Narben inmitten der crèmegelben Blütenblätter. |
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'Ballerina' zeichnet sich auch durch das herrliche dunkel braunrote Laub beim Austrieb im Frühjahr aus. |
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'Princess' ist eine der vielen Lutea-Hybriden von Prof. Saunders, die in zahlreichen interessanten Farben blühen. |
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Nassos Daphnis (*1914), ein griechischer Einwanderer, lernte in New York zuerst den Beruf eines Floristen und bildete sich gleichzeitig autodidaktisch zum Maler aus. Er kreuzte in William Gratwick's Gärtnerei in Pavilion, N.Y., während 50 Jahren und führte seinerseits die Zuchtarbeit Prof. Saunders weiter. Durch Rückkreuzungen gelang es ihm, dessen Kreuzungen noch zu übertreffen. |
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Nassos Daphnis, ein erfolgreicher Züchter von Baumpäonien inmitten der Päonien der Gratwick Nursery in Pavilion, N.Y., wo er seit über 50 Jahren Strauchpäonien kreuzt. |
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Nassos Daphnis, der zweite grosse Strauchpäonien-Züchter aus den USA, benannte seine Züchtungen nach Gestalten aus der Griechischen Sagenwelt und nach Malern. Die hier wiedergegebene 'Gauguin' zeigt ähnlich leuchtende Farben wie die Bilder des französischen Malers, der übrigens auch ein Päonien-Gemälde schuf. Das Bild zeigt den Habitus einer ausgewachsenen Lutea-Hybride. |
«Itoh-Hybriden / Intersectionals»
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Dem Japaner Toichi Itoh gelang es nach jahrelangen Bemühungen, Strauchpäonien und Staudenpäonien miteinander zu kreuzen. Erst nach seinem Tode kamen seine Sämlinge zum Blühen. Diese Kreuzungen, Itoh-Hybriden oder Intersectionals genannt, vereinigen in sich die Eigenschaften und Schönheiten, sowohl von Strauch- als auch von Staudenpäonien. In der Blüte herrschen die Eigenschaften der Strauchpäonien vor, während sowohl im Laub als auch im Wuchs die Staudenpäonien dominieren. Die meisten von ihnen verhalten sich wie Staudenpäonien, d. h. sie frieren im Winter zurück und treiben im Frühjahr wieder aus. Erwachsene Pflanzen bilden schön geformte runde, kugelige Formen, auf denen sich schön regelmässig verteilt die Blüten öffnen. In diesen Itoh-Hybriden oder Intersectionals, Kreuzungen, die sehr schwierig durchzuführen sind, vereinigen sich die Erbeigenschaften vieler Kulturformen von Stauden- und Strauchpäonien. Die erfolgreichsten Züchter sind zwei Amerikaner: Roger Anderson mit gelben, weissen, rosa und roten Sorten und Don Hollingsworth mit der ausgezeichneten gelben 'Garden Treasure'. |
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'First Arrival' bringt schöne halbgefüllt bis gefüllte rosafarbene Blüten hervor. |
Laufend werden in den USA und auch wieder in Europa neue Päonien-Sorten gezüchtet. Ebenfalls entstehen in China, Japan, Neuseeland und Australien neue Sorten. Diese werden allerdings erst nach Jahren auf den Markt kommen.
Die Päoniensammlung in der Ingenieurschule
Wädenswil
Die öffentliche Päoniensammlung der Ingenieurschule
Wädenswil zeigt den Besuchern auf einer Fläche von 600 m2
einen repräsentativen Querschnitt durch die Welt der
Päonien. Die in ihrer Anlage einzigartige Sammlung von über
250 Päonien-Arten und -Sorten ist nach geographischen und
historischen Gesichtspunkten aufgebaut. Die fünf Hauptsektoren
sind den 4 grossen Päonienregionen der Erde (China, Japan,
Europa und den USA) sowie den Wildarten gewidmet. Zur Blütezeit
im Mai bis Juni ist sie am attraktivsten. In der übrigen Zeit
erfreuen die Begleitpflanzen die Besucher mit ihrem Flor.