Die Daphnis-Hybriden


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BC2-Rückkreuzungen


Mit weiteren Rückkreuzungen oder Back crosses erhöhte sich der genetische Anteil an Moutan-Erbeigenschaften, so dass bald Kreuzungen in beiden Richtungen mit reinen Moutan (Suffruticosa) möglich wurden. Von 1959 bis 1968 entstanden Pflanzen mit einem Moutan-Anteil von 75 %. Damit war es endlich gelungen, die Schönheit der Moutan mit der Vitalität und den kräftigen Gelb- und Rottönen der Paeonia lutea und Paeonia delavayi zu verbinden. Um eine BC2-Kreuzung zu erhalten, bestäubt der Züchter die Narben von BC1-Kreuzungen mit dem Pollen einer reinen Moutan.

Aus diesen BC2-Rückkreuzungen entstanden die folgenden Sorten:

 

'Antigone'

'Antigone' blüht mit einfachen, goldgelben Blüten. Die Petalen erinnern an reines Gold und wirken sehr kostbar und zerbrechlich, wie wenn sie nicht berührt werden dürften. Die Blüten mit guter Substanz duften nicht, tragen Antheren mit Pollen, bilden aber keine Samen. Die zuverlässig blühende Pflanze wird bis 150 cm hoch, ist sehr wüchsig und trägt hellgrünes Laub. Auf starken Stielen trägt sie jeweils eine Blüte, die sich im späten Mai öffnet. Antigone war die Tochter von Oedipus.

Foto: Nassos Daphnis

Ich aber sage der Kadmeier Fürsten dies:
Wenn keiner diese zu bestatten helfen will,
werd ich es tun und nehm auf mich die Gefahr,
bei der Bestattung meines Bruders,
scheue nicht den Ungehorsam wider das Gebot der Stadt.
Aischylos, Sieben gegen Theben 1026 - 30

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x
'Red Rascal' (Moutan)

Sämlingsnummer

D-508

Kreuzung

BC2

Kreuzungsjahr

1982

Keimung

1983

Erste Blüte

1992

Registrierung

1995

Erste Vermehrung

1995

Voraussichtlich im Handel ab

2000

 

'Clytie'

'Clytie' blüht mit einfachen weissen Blüten, deren Petalen rote Basisflecken aufweisen. Clytie, eine Wassernymphe, verliebte sich in den griechischen Gott Apollon, den Gott der Sonne und des Lichtes, und schaute immer sehnsüchtig zum Himmel empor. Die duftende Blüte hat eine gute Substanz, trägt Antheren mit Pollen, bringt aber keinen Samen hervor. Die Pflanze blüht zuverlässig und trägt auf aufrechten Stielen je eine Blüte. Sie wird bis 150 cm gross und blüht im späten Mai. Die wüchsige Pflanze hat dunkelgrünes Laub.

Foto: Nassos Daphnis

Eine andere, etwas farbenintensivere Aufnahme von Paeonia 'Clytie' (Lutea-Gruppe)

Foto: Nassos Daphnis

Clytië aber verstösst der Spender des Lichtes, obwohl die
Liebe den Groll entschuldigt, der Groll den Verrat: er besucht sie
Nicht mehr; den Liebesverkehr mit jener, er hat ihn beendet.
Seitdem siecht sie dahin, in rasender Leidenschaft: lästig
Sind ihr die Nymphen; sie sitzt unter Zeus' Himmel auf nackter
Erde bei Tag und bei Nacht, barhäuptig, die Haare verwildert.
Und neun Tage verschmäht sie zu trinken, zu essen: ihr Fasten
Nährt sie mit lauterem Tau und den eigenen Tränen; vom Boden
Rührt sie sich nicht; nur schaut sie hinauf nach dem Antlitz des oben
Fahrenden Gottes: ihr Angesicht dreht sie und wendet sie ihm zu ....
Ovid, Metamorphosen 4, 256 - 265

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x
Red Rascal' (Moutan)

Sämlingsnummer

D-343

Kreuzung

BC2

Kreuzungsjahr

1965

Keimung

1966

Erste Blüte

1975

Registrierung

1995

Erste Vermehrung

1995

Voraussichtlich im Handel ab

2000

 

'Prometheus'

'Prometheus' blüht in einem dynamischen, flammengleichen Rot. Die halbgefüllte Blüte wird aus gerüschten, gekerbten und gepunkteten Petalen gebildet, die wie Flammen aus dem Zentrum züngeln. Die grosse Knospe öffnet sich mit eindrücklicher Kraft. Von allen Lutea-Hybriden hat 'Prometheus' die grössten Blüten (ca. 22 cm Durchmesser). Prometheus war der Titan, der für die Menschen das Feuer stahl.

Foto: Nassos Daphnis

Und es entstand der Mensch, sei's, dass ihn aus göttlichem Samen
Jener Meister erschuf, der Gestalter der besseren Weltform,
Sei's dass die Erde, die jugendfrische, erst kürzlich vom hohen
Äther geschieden, die Samen, die himmelsverwandten, bewahrte.
Denn sie mischte des Iapetus Sohn (Prometheus), mit dem Wasser des Regens,
Formte sie dann nach dem Bild der alles regierenden Götter.
Während die anderen Wesen gebückt zur Erde sich neigen,
Liess er den Menschen das Haupt hoch tragen: er sollte den Himmel
Sehen und aufgerichtet den Blick nach den Sternen erheben.
Ovid, Metamorphosen 1, 78 - 86

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x 'Daioh' (Moutan)

Sämlingsnummer

D-359

Kreuzung

BC2

Kreuzungsjahr

1966

Keimung

1967

Erste Blüte

1976

Registrierung

1980

Erste Vermehrung

1982

Im Handel seit

1986

 

'Rhea'

'Rhea' blüht mit halbgefüllten, duftenden und leuchtend rosa gefärbten Blüten. Man hat den Eindruck, die transparent wirkenden, leuchtend rosa strahlenden Petalen würden aus dem Zentrum hervorbrechen, bereit, in den Weltraum zu fliegen. 'Rhea' hat eine starke Ausstrahlung. Die Blüten sind von guter Substanz, haben Antheren mit Pollen, bilden aber keine Samen. Die Pflanze blüht zuverlässig. Sie wird bis 150 cm hoch, ist wüchsig, hat hellgrünes Laub und blüht im späten Mai. Auf den aufrechten Stengeln trägt sie jeweils eine Blüte. Rhea war Kronos' Frau und die Mutter von Zeus.

Foto: Nassos Daphnis

Erde (Rhea), du alles ernährende, Göttin der Berge,
Die selbst Mutter des Zeus ist,
Die du an Paktolos' grossem,
Goldesreichem Strome wohnst,
Sel'ge Göttin, deren Wagen
Stierbezwingende Löwen ziehn.
Sophokles, Philoktetes 391 - 95/400 f.

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x
'The Captains Concubine' (Moutan)

Sämlingsnummer

D-357

Kreuzung

BC2

Kreuzungsjahr

1964

Keimung

1965

Erste Blüte

1974

Registrierung

1995

Erste Vermehrung

1995

Voraussichtlich im Handel ab

2000



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