Die Daphnis-Hybriden


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Zufallssämlinge


Zur gleichen Zeit entstanden in der Gratwick Nursery auch Sämlinge aus sogenannter "Offener Bestäubung", d.h. Samen, zu deren Bestäubung nicht gezielt der Züchter Pollen auf eine Narbe einer Mutterpflanze gebracht hat, sondern deren Bestäubung durch Bienen besorgt wurde. Von diesen Zufallssämlingen sind dementsprechend nur die Mutterpflanzen bekannt.

Aus diesen zahlreichen Sämlingen selektierte Nassos Daphnis die folgenden Sorten:

 

'Arethusa'

'Arethusa' blüht mit einfachen, duftenden hellrosa gefärbten Blüten, deren herzförmige Petalen marronfarbene Basalflecken aufweisen und von guter Substanz sind. Die Petalen umgeben das Zentrum in zwei Reihen. Die Blüten haben Antheren mit Pollen, und sie bilden Samen. Auf starken Stielen öffnet sich Ende Mai je eine Blüte. Die wüchsige und zuverlässig blühende Pflanze hat starkes Laub. Die Blüten erinnern an das kühle frische Wasser einer Waldquelle. Arethusa war in der griechischen Mythologie eine Waldnymphe, die, vom Flussgott Alpheos verfolgt, sich in eine Quelle verwandelte.

Foto: Nassos Daphnis

Demetra, die nährende, froh der gefundenen Tochter, befragt nun
Dich, Arethusa, warum du geflohen und zum heiligen Quell wardst.
Da verstummen die Wellen; die Göttin erhebt aus dem tiefen
Borne das Haupt, ihre Hand streicht über die grünlichen Haare,
Und sie erzählt von der einstigen Liebe des elischen Flusses.
"Eine der Nymphen Achaias", beginnt sie, "bin ich gewesen ..."
Ovid, Metamorphosen 5, 572 - 577

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-344

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungs"-Jahr

?

Keimung

?

Erste Blüte

1975

Registrierung

1977

Erste Vermehrung

1977

Im Handel seit

1987

 

'Argonaut'

'Argonaut' wurde nach den Argonauten benannt. Die Blüte strahlt mit ihrem kräftigen dunklen Zentrum die Entschlossenheit und Kraft der Argonauten aus, die allen Gefahren trotzten und das Goldene Vlies aus Kolchis nach Griechenland brachten. Von den dunklen Basisflecken aus verfärben sich die Petalen der halbgefüllten Blüte in ein zartes Rosa und enden in einem kräftig gefärbten, roten Rand. Eine herrliche Schöpfung! Die duftende Blüte hat wohl Antheren, bildet aber weder Pollen noch Samen aus. Die Petalen sind von guter Substanz. Die wüchsige Pflanze blüht zuverlässig und wird ca. 120 cm hoch. Sie hat dunkelgrünes Laub und trägt auf starken Stielen jeweils eine Blüte, die sich gegen Ende Mai öffnen.

Foto: Nassos Daphnis

Auf pagasaeischem Schiff durchfurchten die Minyer das Meer schon,
Und sie waren dem Phineus begegnet, der elend in ew'ger
Nacht sein Alter verbrachte; vom Mund des unseligen Greises
Hatten die Söhne des Nords die geflügelten Mädchen vertrieben.
Endlich war man, geführt von dem herrlichen Iason, nach vielen
Leiden zur reissenden Flut des schlammigen Phasis gekommen.
Alsdann gehn sie (die Argonauten) zum König, das Vlies des Phrixos zu heischen;
Doch man verlangt von den Minyern schauriger Mühen die Menge.
Ovid, Metamorphosen 7, 1 - 8

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-328

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungs"-Jahr

1964

Keimung

1965

Erste Blüte

1974

Registrierung

1996

Erste Vermehrung

1996

Voraussichtlich im Handel ab

2000

 

'Boreas'

'Boreas' blüht in einem dunklen Burgunderrot mit halbgefüllten Blüten. Die samtenen Petalen sind gerüscht und drehen sich in verschiedenen Richtungen, als ob ein stürmischer Wind durch die Blüte fahren würde. Boreas war in der griechischen Mythologie der Gott des Nordwindes.

Foto: Nassos Daphnis

Das sind die Worte, die Boreas spricht, oder ähnliche stolze;
Und dann schwingt er die Flügel: ihr Wehen durchbraust die gesamte
Erde, es schaudert die weithin sich dehnende Fläche des Meeres.
Über die Gipfel der Berge hin schleppt er den staubigen Mantel,
Fegt den Boden und, ganz in Dunkel sich hüllend, umfängt er
Orithyia, die bange Geliebte, mit fahlem Gefieder.
Während der fliegt, entbrennen noch heisser die Flammen der Liebe.
Ovid, Metamorphosen 6, 702 - 708

Eltern

unbenannte F1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-311

"Kreuzung"

F2 (?)

"Kreuzungs"-Jahr

1964

Keimung

1965

Erste Blüte

1974

Registrierung

1977

Erste Vermehrung

1980

Im Handel seit

1985

 

'Hestia'

'Hestia' bringt gefüllte Blüten in einem warmen Rot hervor. Die schmalen, leicht gerüschten Petalen bilden drei bis fünf Reihen. Es liegt ein warmes Gefühl in dieser Blume. Hestia war die griechische Göttin des Herzens.

Foto: Nassos Daphnis

Noch eine ehrbare Jungfrau wollte nichts wissen vom Wirken Aphrodites:
Hestia wars, die der listige Kronos zeugte zuerst, doch auch wieder als letzte ...

Vater Zeus aber schenkte als schönen Ersatz für die Hochzeit,
dass sie nun thront in der Mitte des Hauses, fetteste Opfer werden gespendet;
in allen Tempeln der Götter geniesst sie Ehren
und waltet für alle Menschen der göttlichen Pflichten.
Homerischer Hymnos 5, 21 - 23; 29 - 32

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-273

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungs"-Jahr

1963

Keimung

1964

Erste Blüte

1973

Registrierung

1977

Erste Vermehrung

1980

Im Handel seit

1985

 

'Icarus'

'Icarus' blüht in einem exzellenten Rot. Die einfachen Blüten werden aus zwei Reihen gekerbter und gepunkteter Petalen gebildet. Man könnte meinen, die inneren Petalen greifen zum Himmel, während die äusseren Petalen sich wie Flügel ausbreiten. Icarus, der Sohn des Daedalus, war der erste Mensch, dem in der griechischen Mythologie das Fliegen gelang.

Foto: Nassos Daphnis

Auch den Knaben belehrt er: "Ich mahne dich, Icarus, fliege
Stets auf dem mittleren Pfad! Denn wenn du dich tiefer hinabsenkst,
Lastet das Nass auf den Federn, wenn höher, verbrennt sie das Feuer.
Flieg in der Mitte der Bahn! Nicht wende den Blick nach Bootes,
Nicht nach Helice, nicht nach Orions gezogenem Schwerte!
Lass dich geleiten von mir!" Auch im Fliegen erteilt er ihm Weisung,
Und an den Schultern befestigt er ihm das fremde Gefieder.
Ovid, Metamorphosen 8, 203 - 209

Eltern

unbenannte F1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-254

"Kreuzung"

F2

"Kreuzungsjahr"

1959

Keimung

1960

Erste Blüte

1969

Registrierung

1977

Erste Vermehrung

1977

Im Handel seit

?

 

'Isadora'

'Isadora' blüht einfach in einem mit rot überdeckten Gelb. Es ist eine der ungewöhnlichsten Päonien. Von den dunklen Basalflecken zieht sich das Rot leicht über die Petalen hinweg und erscheint wieder stärker an ihren Rändern. Die fliessende Bewegung jeder Petale erinnert an die wehenden Schleier von Isadora Duncan, wenn sie auf der Bühne tanzte. Die Petalen sind von guter Substanz, die duftenden Blüten haben wohl Antheren, aber keinen Pollen und bilden keine Samen. Die Pflanze blüht zuverlässig und trägt jeweils eine Blüte auf aufrechten Stengeln. Sie wird bis zu 180 cm hoch, ist sehr wüchsig und trägt hellgrünes Laub. Isadora Duncan war eine berühmte Tänzerin.

Foto: Nassos Daphnis

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-414

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungsjahr"

1966

Keimung

1967

Erste Blüte

1976

Registrierung

1995

Erste Vermehrung

1995

Voraussichtlich im Handel ab

2000

 

'Maia'

'Maia' blüht in einem leichten Rot. Die halbgefüllten Blüten werden aus drei Reihen gleichmässig geformter Petalen gebildet, die ein herrliches dunkles Zentrum mit Basisflecken umgeben. Die Blüte öffnet sich vollständig und zeigt ihr schönes Zentrum. Die Antheren formen einen grossen, goldenen Ball. Maia war die Tochter des Atlas und galt als die schönste Frau in der griechischen Mythologie.

Foto: Nassos Daphnis

Hermes preise, o Muse, den Sohn des Zeus und der Maia,
der die Kyllene betreut und Arkadien, ...

den Maia, die liebend Zeus sich vermählte, gebar,
die Nymphe mit prächtigen Zöpfen. Ehrbar war sie.
Homerischer Hymnos 4, 1 - 2a; 3b - 5a

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-265

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungsjahr"

1962

Keimung

1963

Erste Blüte

1972

Registrierung

1975

Erste Vermehrung

1978

Im Handel seit

1982

 

'Maria Teressa'

'Maria Teressa' blüht dunkelrosa und gefüllt. Die ballförmige, duftende Blüte hat Petalen von guter Substanz, Antheren und bringt sowohl Pollen als auch Samen hervor. Die wüchsige Pflanze blüht zuverlässig und trägt 1 bis 2 Blüten auf ihren starken Stielen. Sie ist mit dunkelgrünem Laub ausgestattet, wird bis 180 cm hoch und blüht gegen Ende Mai. Sie blüht ebenso früh wie 'Tria', die als eine der ersten Lutea-Hybriden blüht, und hat eine Blütezeit von ca. zwei Wochen. 'Maria Teressa' ist sehr blühfreudig und bringt eine Fülle von Blüten hervor, die sie streng aufrecht hält. Die Farbe ihrer Blüten erinnert mich an die Farbe der Tunika, die Maria Teressa, die adoptierte Tochter von Isadora Duncan, beim Tanzen trug.

Foto: Nassos Daphnise

Eltern

unbenannte BC1-Kreuzung x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-404

"Kreuzung"

BC2

"Kreuzungsjahr"

1958

Keimung

1959

Erste Blüte

1968

Registrierung

1996

Erste Vermehrung

1996

Voraussichtlich im Handel ab

2000

 

'Pluto'

'Pluto' blüht mit dunkelroten gefüllten, duftenden Blüten. Wird die Blüte von einem Lichtstrahl getroffen, so hat der Betrachter den Eindruck eines glühenden Farbfensters. Die kräftige Pflanze erreicht eine Höhe von 150 cm, und sie trägt ihre duftenden Blüten über dem Laub. 'Pluto' bildet sowohl Samen als auch fertilen Pollen. Sie kann als die beste der sehr dunkel blühenden Lutea-Hybriden bezeichnet werden. Pluto war der griechische Gott der Unterwelt.

Foto: Nassos Daphnis

Siehe den Weg, der sich senkt! Umdunkelt von tödlichen Eiben,
Führt er hinab in die Tiefen der Erde durch düsteres Schweigen.
Nebeldämpfe entdünstet die Styx, die Träge, und Schatten
Jüngst Verstorbener steigen hinab, die Bestattung gefunden.
Fahles Licht herrscht über den dornigen Feldern und Kälte;
Fremd ist den Geistern, die neu erscheinen, der Pfad, der zur grausen
Burg des düsteren Pluto und zur stygischen Stadt sie geleite.
Ovid, Metamorphosen 4, 432 - 438

Eltern

'Corsair' (Lutea-Hybride F1) x offene Bestäubung

Sämlingsnummer

D-361

"Kreuzung"

F2

"Kreuzungsjahr"

1966

Keimung

1967

Erste Blüte

1976

Registrierung

1987

Erste Vermehrung

1985

Im Handel seit

1990



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