Die Daphnis-Hybriden


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Übersicht über die Daphnis-Hybriden


Name

Blütenfarbe

Blütenform

Reg.

 

F1-Hybriden

'Aphrodite'

creme-gelb zu weiss

halbgefüllt

1965

'Artemis'

schwefelgelb, grosse Blüten

einfach

1965

'Avra'

creme bis weiss, kleine Blüten

halbgefüllt

1966

'Demetra'

goldgelb, mit rot gerandeten Petalen

gefüllt

1965

'D. H. Lawrence'

rosa mit purpur Adern, Zentrum dunkel purpur

halbgefüllt

1965

'Gauguin'

goldgelb/rot, geflammte Petalen

einfach

1965

'Kronos'

tief dunkelrot, blau überhaucht

gefüllt

1966

'Marie Laurencin'

rosa bis purpur und silbern

halbgefüllt

1966

'Persephone'

zartgelb, gerundete Petalen

halbgefüllt

1966

'Persepolis'

klares, leuchtendes Rot

einfach

1970

'Redon'

mauve/rosa, grosse Blüten

halbgefüllt

1965

'Tessera'

pfirsich/orange

halbgefüllt

1960

'Themis'

pfirsich/rosa

halbgefüllt

1966

'Tria'

klares Gelb, drei Blüten pro Stengel

einfach

1965

 

F2-Hybriden

'Calypso'

creme-gelb mit roten Rändern wie 'Coronal'

einfach

1995

'Daedalus'

tief dunkel burgunderrot

einfach bis halbgefüllt

1995

'Dionysos'

strahlend rot mit gelben Adern und Flammen

einfach

1995

'Sappho' (F3)

hell purpur bis rot

einfach

1995

 

BC1-Rückkreuzungen

'Aurora'

leicht gelb, rote Basisflecken

halbgefüllt

1965

'Helios'

warmes, weiches Gelb

halbgefüllt

1966

'Hephestos'

wunderbares, kräftiges Dunkelrot

gefüllt

1975

'Phaedra'

rot, blau überhaucht, dunkle Basisflecken

halbgefüllt

1966

'Terpsichore'

korallenrosa, rot und orange geadert

einfach

1970

'Urania'

goldenes Gelb, kleine rote Basalflecken

einfach

1995

'Zephyrus'

perlmutter-rosa, marronfarbene Basalflecken

halbgefüllt bis gefüllt

1970

 

BC2-Rückkreuzungen

'Antigone'

reines Goldgelb

einfach

1995

'Clytie'

weiss mit roten Basalflecken

einfach

1995

'Prometheus'

kräftiges Rot, grosse Blüten

halbgefüllt

1980

'Rhea'

leuchtend rosa

halbgefüllt

1995

 

BC3-Rückkreuzungen

'Ariadne'

pfirsichfarben mit rot gefransten Rändern

halbgefüllt

1980

'Iphigenia'

tiefes Samtrot, dunkle Basisflecken

halbgefüllt

1976

'Leda'

mauve/rosa, stark geadert mit dunklem Zentrum

einfach

1980

'Nike'

gelb/korallen/pfirsichfarben, rote Basisflecken

halbgefüllt

1987

'Oread'

zartrosa mit dunklem Zentrum

halbgefüllt

1996

'Thalia'

dunkelrosa, blau überhaucht

einfach bis halbgefüllt

1995

'Zeus'

mauve/rosa, stark geadert mit dunklem Zentrum

halbgefüllt bis gefüllt

1980

'Medea' (BC4)

kräftig rot bis marron gefärbt, dunkles Zentrum

einfach

1980

 

Zufallssämlinge 

'Arethusa' (BC2)

helles Rosa, marronfarbene Basisflecken

einfach

1977

'Argonaut' (BC2)

rosa, rot gerandete Petalen, dunkle Basalflecken

einfach

1996

'Boreas' (F2)

dunkles Burgunderrot

gefüllt

1977

'Hestia' (BC2)

reiches, leuchtendes Rot

gefüllt

1977

'Icarus' (F2)

reines Rot

einfach

1977

'Isadora' (BC2)

gelb, rot überhaucht, dunkle Basalflecken

einfach

1995

'Maia' (BC2)

leichtes Rot, dunkle Basisflecken

halbgefüllt

1975

'Maria Teressa' (BC2)

dunkelrosa

gefüllt

1996

'Pluto' (F2)

glühendes Dunkelrot

gefüllt

1987

 

Je grösser das Erbteil der Moutan - um so schöner die Blüten?

1984 versuchte Nassos Daphnis, den Erbanteil der Moutan von 75 % auf 94 % (oder 15/16) zu steigern, indem er reine Moutan mit Pollen von Hybriden bestäubte, die bereits 75 % Moutan-Erbanteil hatten. Da der Moutan-Anteil bereits 75 % betrug und die jeweiligen Eltern sich genetisch schon sehr nahe standen, war es möglich, in beiden Richtungen zu kreuzen. Er erzielte wohl aus 228 Kreuzungen 93 Samen, aus denen aber Pflanzen hervorgingen, die praktisch wie reine Moutan wirkten. Es scheint, dass das Lutea-Erbgut bei einer solchen Kreuzung vom übermächtig vorhandenen Moutan-Erbgut völlig dominiert wird.

In einem nächsten Schritt hat er 1996 mit Pollen einer reinen Moutan Lutea-Hybriden mit 87,5 % (7/8) Moutan-Erbgut bestäubt, in der Hoffnung, mit dieser umgekehrten Kreuzung bessere Resultate zu erzielen. Die Resultate dieser Kreuzung können in ca. zehn Jahren betrachtet werden.

 

Züchterischer Ausblick

Weitere Züchter verwenden die Hybriden von Daphnis für ihre züchterische Arbeit. Zlatana J. Draskovich aus Gary, Indiana, gelang es, 'Zephyrus' mit 'Leda', 'Leda' mit 'Shima Daijin', einer japanische Moutan, und 'Hephestos' mit 'Shima Daijin' zu kreuzen. Die entsprechenden Pflanzen wurden unter den Namen 'Dr. Gary E. Jones', 'Indiana Jones' (ein Sport der ersteren), 'Marilyn Jones' und 'Betty Jandura' registriert.

Das genetische Potential der Kulturformen der Moutan und der Lutea-, Delavayi- sowie Potaninii-Formen birgt für die Züchter noch ungeahnte Möglichkeiten. Nassos Daphnis' grösster Wunsch ist es, dass jüngere Züchter sein begonnenes Werk weiterführen.

 

Eine spekulative Frage

Abschliessend möchte ich noch eine für viele Leser wohl seltsame Frage aufwerfen. Es ist bekannt, dass zwischen Pflanzen und Menschen recht intensive Beziehungen und, wenn man so will, sogar so etwas wie eine Kommunikation bestehen kann. Entsprechende Versuche haben dies belegt. Ist es möglich, dass zwischen dem Züchter und den Pflanzen, die er kreuzt, ebenfalls eine solche Beziehung besteht, gibt es also eine mögliche (geistige) Beeinflussung der genetischen Vorgänge beim Befruchtungsvorgang? Diese sehr spekulative Frage möchte ich im Raum stehen lassen. Die Zuchtergebnisse von Nassos Daphnis, der aus nur ca. 500 Sämlingen so viele Spitzensorten erzielte, die wahre Meisterwerke sind, könnten einen auf diesen Gedanken bringen.

 

Eine Sammlung, in der fast alle amerikanischen Lutea-Hybriden vereint sind

In der Ortschaft Pavilion in der Nähe von Rochester (N.Y.) befindet sich heute noch die ehemalige Gratwick Nursery. Hier sind, in einer Art National Collection, sämtliche Strauchpäonien-Züchtungen von Bill Gratwick, Prof. Saunders und Nassos Daphnis vereint. Für Päonienfreunde ist sie nach Anmeldung frei zugänglich.

 

Adresse:

Linwood Garden
Mrs. Lee Gratwick
1912 York
Road Pavilion
N.Y. 14525
USA

Tel. 001 / 716 584 3913

PS: Im März 1996, es war extrem kalt, hatte ich die Möglichkeit, Nassos Daphnis in seinem Studio in New York zu besuchen. Zusammen mit Don Hollingsworth, der aus Missouri nach New York kam, verbrachte ich einige wunderbare Stunden mit dem Päonienzüchter und Maler. In der Welt der Päonien finden wir einige Pflanzen, die wir mit gutem Recht als "Lebende Kulturdenkmäler" bezeichnen können, z.B. die chinesische 'Yao Huang', eine Sorte aus der Sung-Dynastie, die japanische 'Shintenchi', die europäische 'Souvenir du Prof. Maxime Cornu' oder die amerikanische 'Coronal'. Ich bin sicher, dass Nassos Daphnis einige ebenbürtige lebende Kulturdenkmäler kreierte, z.B. 'Hephestos' oder 'Zephyrus', die während Jahrhunderten in unseren Gärten kultiviert werden, genauso wie die chinesische 'Yao Huang' seit bald 900 Jahren in chinesischen Gärten gepflegt wird. Diese lebenden Kulturdenkmäler sind kostbare Symbole der Kreativität des menschlichen Geistes.



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helios@bluewin.ch


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