Iris – ideale Partner der Päonien

Historische Schwertlilien
Dr. Milan Blazek (CR)

Fragen rund um
die Iris germanica
Dr. Milan Blazek (CR)

Aus den Anfängen
der Iris-Züchtung
Susanne Weber (D)

Züchterportraits
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Pflanzung und Pflege
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
England
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich I
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich II
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA II
Susanne Weber (D)

Schwertlilien
Karl Foerster (D)
Die Iris-Sammlung
in Brüglingen

Susanne Weber (D)
Leben mit Gartenblumen und ohne sie
Karl Foerster (D)

Im Zeichen der Iris – von der Götterbotin zur Werbeträgerin
Dr. Iris Burgdorfer (CH)

Iridaceen Irisgewächse Die Iris aus anthropo-sophischer Sicht
Werner Simonis, (D)
Mit Götterbotin durch
die Jahrhunderte

Walter Good, (CH)
     
                                                          Gallerie Historischer Iris
                                                          
Walter Good (CH)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber, Laufen

Die mit einem (*) versehenen Sorten sind in der Sammlung der Historischen Iris im Botanischen Garten von Brüglingen zu besichtigen.

Als ich 1947 die Lehre in Laufen antrat, waren die meisten Sorten noch mit einer Pflanze über den Krieg gerettet worden und gelangten dann später mit der Iris-Sammlung der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin nach Brüglingen. Einige davon werden noch heute als anspruchslose Massenblüher hier in Laufen kultiviert, da sie in feuchteren und kälteren Gegenden noch nicht von neueren Züchtungen verdrängt worden sind.

Iris 'Baldur', 1924

Foto: Ch. Loosli

Iris 'Havamel', 1927

Foto: Ch.Loosli

Iris 'Vingolf', 1924

Foto: Ch. Loosli

Leider starb August Koenemann schon am 23. Mai 1910. Er hat die Firma auch nach aussen hervorragend vertreten und während seiner Reisen nach England und Amerika deutsche Züchtungen verbreitet und aus dem Ausland neue Züchtungen nach Deutschland eingeführt. Alle Iris-Züchtungen der Firma sind in der amerikanischen Checkliste registriert. Inzwischen war der Betrieb auf 32 ha angewachsen, und Max Joseph Goos fand in Friedrich Bücher einen hervorragenden Geschäftsleiter, der von 1912 bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Firma leitete.
Die beiden Söhne von Max Joseph Goos, die den Betrieb übernehmen sollten, lernten beide Gartenbau, aber der jüngere fiel 1916 im Ersten Weltkrieg. Sein Vater, der gesundheitlich schon stark angeschlagen war, überstand diesen Schlag nicht und starb am 5. Februar 1917 mit 58 Jahren.
Hermann Goos überlebte den Krieg, wenn auch stark geschwächt. Er studierte in Bonn und Berlin und promovierte 1922 zum Doktor der Philosophie und trat danach in die Firma ein. Friedrich Bücher schilderte ihn als liebenswürdigen, heiteren, bei allen beliebten Mann, der aber leider schon am 23. Februar 1933 starb. Seine Frau Lilli Goos, die eine begeisterte Gärtnerin war, an die sich noch viele Kollegen erinnern, überlebte ihn um mehr als sechzig Jahre.

 

 

 

 
 

Iris 'Eckesachs', 1919

Fotos: Helga Gerlach Gädtke, Berlin

 
 

Iris 'Eckesachs', 1919

Foto: Ch. Loosli

Iris 'Espada', 1938

Foto: Ch. Loosli

Herr Bücher schilderte auch die grossen Schwierigkeiten, die nach dem Ersten Weltkrieg auf die Firma zukamen. Niederwalluf gehörte zum französisch besetzten Gebiet und durfte nur unter allergrössten Behinderungen nach dem unbesetzten Deutschland nausführeno. Die Ausfuhr nach anderen Ländern wurde konsequent verweigert. Friedrich Bücher hat sich grosse Verdienste um die Firma erworben durch seinen unermüdlichen Einsatz bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Er starb 1951 im Alter von 78 Jahren, und im selben Jahr ging die Firma durch Verkauf an die Erfurter Samenzucht.
Der Katalog der Firma Gräfin von Zeppelin enthielt im Jahre 1939 42 Iris-Sorten der Firma Goos & Koenemann von insgesamt 91 Sorten. Heute werden noch einige Sorten vermehrt. In der Züchtung der neuen amerikanischen Iris-Sorten spielten viele Iris-Züchtungen aus dem Hause Goos & Koenemann eine grosse Rolle.
 
Georg Arends (1863–1952)
 
schreibt in seinem Buch «Mein Leben als Gärtner und Züchter» folgendes über die Iris:
 

«... Angesichts der grossen Erfolge, die einige Züchter mit ihren neuen Iris germanica-Sorten hatten, erschien es mir unzweckmässig, mich auch noch damit zu befassen. Es fehlten mir auch Zeit und Platz. Dass jedoch längst nicht alle Möglichkeiten in der Zucht immer schönerer Varietäten ausgeschöpft waren, bewiesen die letzten Jahrzehnte. In Deutschland war es vor allem die Firma Goos & Koenemann, Niederwalluf, die eine Anzahl Aufsehen erregender Sorten herausbrachte, welche zum Teil heute noch unübertroffen sind ...

... Einige wenige Kreuzungen machte ich jedoch auch, um nach meiner Ansicht Fehlendes zu erhalten. Aus einer Verbindung der mittelgross blühenden, hell gelben Iris germanica 'aurea' mit der kleinblumigen, dunkelgelben 'Mrs. Neubronner' erhielt ich die Sorte 'Kanaria' (1939). Ein paar Sorten mit dunkelvioletten Hängeblättern und weissem Dom ergaben die kontrastreiche 'Toelleturm' (1930), und schliesslich erzog ich aus der Goos und Koenemannschen 'Iriskönig' mit der alten 'Maori King' die Sorte 'Kupferhammer' (auch 1930).»

(Iris 'Kupferhammer' ist immer noch im Sortiment der Gärtnerei Arends.)

 Literatur:

Checklisten der

Amerikanischen Irisgesellschaft,

A.I.S.

L. F. Randolph

«Garden Irises» A.I.S, 1959

Bulletins der A.I.S

Richard Cayeux

«L'Iris – une Fleure Royale»

Mauryflor, 1996

G. Arends

«Mein Leben als Gärtner und Züchter»

Ulmer, 1951

Kataloge

Firma Goos & Koenemann

Niederwalluf

Kataloge

Firma Gräfin von Zeppelin

Laufen

Katalog

Firma Orpington Nurseries

1934

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