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Iris
– ideale Partner der Päonien
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Schwertlilien
Karl Foerster, 1920
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Karl Foerster in der damals führenden deutschen Gartenzeitschrift
«Gartenschönheit» die damals modernsten Iris-Züchtungen.
Karl Foersters Text ist hier weitgehend in der originalen Sprache
wiedergegeben. (W.G.) |
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| An manchen
Gesichtern und manchen Blumen haben wir beständig zu rätseln, während
wir andere ruhig betrachten. Es gibt Irisgesichter und Margueritengesichter.
Der Name Iris deutet schon an, dass die Menschen fühlten, dies Ufergebilde
rühre an ein mythisches Geheimnis. Wie ergreifend ist der aus glitzern-dem
Schaum gewobene, feierliche und gefestigte Aufbau dieser Blüte!
Der Duft aus der Götterwerkstatt des Wundergebildes ist ein Hauch
von unirdischer und verzehrender Zartheit. Man trägt solch kostbares
Blütengezweige, das bei den grossen Schwertlilien wie Lohengrin,
Rheinnixe, Eggesax1 die vielfache Zahl der Blüten früherer Iris
entfaltet, wie einen Traum vor sich, verwundert über sein kräftiges
irdisches Gewicht. |
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| Iris schenkt
uns Farben- und Formenglück, das mit dem keiner anderen Blume zu
vergleichen ist. Ihre tiefste und innerste Schönheit erschliesst
sich uns wohl, wenn wir die abgeschnittenen Stiele in der Wohnung
aus flachen, edlen Schalen steil herausblühen lassen, in denen schwere
Glashülsen unter Was-ser liegen. Die Blumenvasen bedürfen überhaupt
der Ergänzung durch Blumenschalen, die mit Hilfe von durchlöcherten
Glaskernen, Doppelgittern oder den bekannten schweren japanischen
Bron-zedrachen ihre feinste Verwendung finden. Eine Japanschale,
aus deren Silbergrau einige 80 cm hohe rosafarbene, weisse und violettbraune
Irisstiele herauswachsen, Her Majesty, Darwin, Caprice und Ilsan:
jeder Blick hinüber ist ein Sturzbad erlesener Freude und verklärter
Erfrischung, neben der alle Worte trocken und papieren wirken. |
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| Jede der
edlen Iriszüchtungen hat einen einzigartigen Farben- und Formencharakter
voll seltsamster Beziehung zwischen beiden. Es gibt reife und kindliche,
muntere und lässig müde, dämonische und Engelschönheiten unter den
Iris. |
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| Ich weiss
genau, wie manche neue seltsame Iris auf bestimmte Menschen wirken
wird und höre schon Worte eines Freundes und sehe in das Geäder
seines Wesens, wenn er der Iris Ilsan gegenüber gestellt werden
wird und den Zusammenklang des dunkelroten Sam-mets mit dem bleichen
Blaubraun erblickt oder wenn er den meergrünen Hauch im Erblühen
jener zartblau-weissen Sèvre-Porzellan-Iris oder das fertige verklärte
Rosa entdecken wird. |
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| In neuerer
Zeit werden oft bekannten Blumenarten ganz neue Farben hin-zugewonnen,
die unser Gefühl für sie seltsam bewegen und erneuen, so den Schwertlilien
Rosa, den Dahlien reines Lila, den Gladiolen Orangegelb. |
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| Wer mit
neuen Iris im Garten lebt, wird bald eine Fülle heimlicher Lieblinge
unter ihnen finden, bei denen er das Ge-fühl hat, noch lange Zeiten
zu brauchen, um diesen Schönheitsbesitz im Garten und Haus tief
auszuschöpfen. Meine ganz besonderen sind augenblicklich Fro, Mme.
Chereau, Her Majesty, Maori King, Eggesax1 und Rheintraube; und
immer neue treten hinzu. Wir kennen auch unsere Lieblingsblumen
nie aus, ganz abgesehen davon, dass wir die Pflanzen in immer neuen
Phasen ihrer Entwicklung sehen; immer neue un-mitteilbare Blumenerlebnisse
treten hinzu. Ein neuer Gartenplatz oder Blumennachbar, eine neue
Vase oder Wohnungsumgebung stellt uns auch an vertrauten Blumen
vor neue überraschende Schmuckkräfte. |
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| Illustration
zum vorliegenden Artikel «Schwertlilien» von Karl Foerster
in der Mainummer 1920 der Zeitschrift «Gartenschönheit» |
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| Das Bild
vieler schöner neuerer Schwertlilien, das wir hier wiedergeben,
ist in mühevoller Arbeit während der langen Iriswochen von Kurt
Agthe im Kampf mit Mücken und mit meinen ebenso hartnäckigen Ansprüchen
ge-schaffen worden, eine rechte Opfertat eines Künstlers. Anstatt
zu sehr an jenen geheimnisvollen Teil aller Naturschönheit zu denken,
der sich der Nachbildung entzieht und freilich unserem Glücke am
nächsten steht, sowie an die unvermeid-lichen Schönheitsverluste
auch der sorg-samsten Arbeit des Druckers, werden sich gerade Kenner
der Schwertlilien gewiss an dieser Bildleistung freuen. Die Grössenverhältnisse
der immer riesiger werdenden Einzelblüten sind nicht massstäblich
verkleinert worden, auch konnte die Grösse und Eigenart der Blütenstiele,
die sich z.T. immer majestätischer entwickeln, nicht angedeutet
werden. |
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| Interessant
an dieser Darstellung ist das Nebeneinander alter, schon damals
Historischer Iris, wie z.B. Iris 'Madame Chereau', einer
Züchtung von Nicolas Lemon aus dem Jahre 1844 und der uralten
Iris Florentina, die schon seit Jahrhunderten kultiviert
wurde, und damals (1920) neuer und neusten Züchtungen wie z.B.
Iris 'Eckesachs', die Foerster fälschlicherweise «Eggesax»(1)
nannte, und die auf der Darstellung unter dem Werknamen «107,09»
erscheint. Das Bild ist der Mai Nummer 1920, der Zeitschrift «Gartenschönheit»
entnommen. (W.G.) |
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| Garten-
und Sorten-Erfahrungen |
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Alle Iris pumila, germanica
und interregna lieben Sonne und vertragen ganz lichten Halbschatten,
sind unverwüstlich durch Trockenheit oder Frost. Eine ein-gewachsene
Pflanze hat wohl noch niemand eingehen sehen. Sehr reich blühende
Sorten bleiben längere Jahre als andere reich blühende auch in
nicht genügend heller Lage. Der Blütenstiel-reichtum ist sehr
verschieden. So brach-te hier eine sechs Jahre alte Pflanze der
karminrosafarbenen Caprice 50 Blütenstiele, während die daneben
stehende ebenso alte rosa Maikönigin nur 20 Stiele hatte. Wenn
Iris an manchen nicht sehr nährkräftigen Plätzen nach längeren
Jahren bei zu dichtem Zusammenwachsen breiter Flächen blütenarm
werden, so liegt es am Bodenverbrauch und auch an der Sorte. Der
Boden muss dann tief gewendet und bereichert wer-den. Beste Zeit
hierfür sowie für Teilung der alten Stöcke ist der März. Die Nachhaltigkeit
reichen Blühens an ungün-stigeren Plätzen ist bei den einzelnen
Sorten sehr verschieden. So bilden z.B. dichtverwachsene alte
Beete oder Gruppen von Iris florentina noch reiche Blütenmassen,
wenn Iris interregna Ingeborg gleichen Alters schon im Blu-menreichtum
nachlässt. Ganz irrig wäre es aber, diese Interregna-Beobachtung
zu verallgemeinern, denn die schöne und unersetzliche hellblaue
Iris interregna Frithjof verhält sich völlig anders und ist ein
rührender treuer Reichblüher auf die Dauer,
auch an unguten Plätzen. Ganz besonders nachhaltige Reichblüher
auch an schlechten Plätzen sind nach meinen Aufzeichnungen Helge,
Frithjof, Florentina, Pullach, Purple King, Darwin, Fro, Alan
Gray, Caprice, Maori King, Rheintraube sowie alle Iris sibirica
und pumila. Bei pumila macht nur candida eine Ausnahme. Bei Pflanzungen
bevorzuge man immer langstreifige, buchtenreiche Anordnung und
meide breite, zu wenig unterbrochene Flächen. Dies gilt jedoch
nicht von Iris pumila
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| Eine einzigartig
schöne Erscheinung ist die wenig bekannte meterhohe Iris sibirica
superba. Man braucht diese prächtigen, leichten und graziösen Büsche
unbedingt zur Auflösung der schweren Iris germanica-Wirkung. Auch
nach dem Verblühen möchte man diese famosen Grasbüsche nicht zwischen
den Schwertblättrigen missen. Das Laubwerk der Iris sibirica und
der ochroleuca ist so schön, dass die Pflanzung auch ohne die Blüte
lohnen würde. Diese Iris haben die Fähigkeit, ihre Wasser-grasfrische
und Üppigkeit ohne Einbusse auch in geradezu unglaublicher Trockenheit
ruhig weiterzuentwickeln. |
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| Wenig bekannt
ist auch die düstere samtige Iris sibirica sanguinea; ebenso die
tiefblaue japanische Form der Iris sibirica, nämlich trigonocarpa,
die den Flor der sibirica superba im Verein mit Iris sibirica Schneekönigin
so fortsetzt, dass man sie oft in das gleiche Pflanz-loch pflanzt.
Ein guter Begleiter dieser drei ist Hemerocallis flava major. |
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| In der hellblauen
Farbe quälen sich die meisten Gartenfreunde mit unzureichenden Sorten
herum, z.B. mit der schön-farbenen, aber hässlich geformten Iris
La Beauté und den grossen pallida-dalma-tica-Sorten, deren Farbenton
zu wünschen übrig lässt. Fast niemand kennt die prachtvollen hellblauen
Iris Castor und Pollux. Es sind edle Gestalten von viel höherer
Wesensart als alle übrigen hellblauen Iris. Riese von Cönnern und
pallida Prinz of Wales blühen allerdings vor Castor und bleiben
daher wichtig. Zu wenig bekannt ist auch die schöne cattleyenfarbene
Sorte Alan Gray, die sich noch in einer einzigartigen Eigen-schaft
von allen Iris unterscheidet, nämlich durch einen regelmässigen,
reichlichen und langwöchentlichen zweiten Flor im Herbst. |
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| Ausserordentliche
Steigerung über alles Bisherige hinaus stellen die noch unbekannten
Goos & Koenemannschen Züchtungen Rheintraube, Eggesax1 (auf dem
Bilde noch mit 107,09 bezeichnet) und Rheingauperle dar. Rheintraube
be-deutet die Erfüllung der Wünsche, die uns die alte Sorte Perfection
erweckte. Eggesax1 greift über die schönste englische Rieseniris
hinaus, und Rhein-gauperle ist ein neuer Vorstoss in Rosa. |
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| Anwendungen |
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Die kleinen Iris reticulata
und danfordiae gehören in den Vorfrühlingsblütengarten, der am
besten in Form von natürlichen oder regelmässig architektonischen
Steingärtchen gestaltet wird. Die Ende Februar erblühende Danfordiae
wirkt schön mit Schneeglöckchen, Scilla bi-folia und Colchicum
libanoticum zu-sammen, während der ersten Märzhälfte blühende
blaue Iris reticulata am schönsten mit weissen schottischen Crocus,
gelber Primula acaulis vulgaris, Narcissus minimus und dem hellblauen
Crocus Imperati. Iris pumila und Pumila-Hybriden passen gut für
Einfassungen, dürre Böschungen, Steingärten, lebende Mauern und
Treppen. Schöne Farbennachbarn sind frühe Tulpen, Aubretien, Arnebien,
Alyssum und Epimedium. Sehr gut wirken gemischte Einfassungen
aus gelber Iris pumila excelsa, dunkelblauer cyanea, Aubretia
Mules und Iberis Schneeflocke. Der Stiel der Iris pumila, die
nach der Pflanzung etwas teckelhaft wirken, treibt bei fest eingewachsenen
Pflanzen genügend hoch heraus. Die vierte Zeitgruppe des Iriskalenders
kann mit Trollius, Thalictrum, Akelei, Darwin-Tulpen, Paeonia
tenuifolia und officinalis sowie dem neuen grossen Frühlingsknöterich
Polygonum sericeum vereinigt werden, der etwa die Rolle einer
mächtigen Bachspiräe spielt. Für spätere Zeitgruppen kommen dann
Pyrethrum, Riesenmohn und Feuerlilien in Betracht.
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| In Amerika
hat man oft das japani-sche Prinzip der Jahreszeitengärten aufgenommen
und grosse Gartenteile einem Monat gewidmet. Mir liegt ein farbiges
amerikanisches Bild, das grüne Rasenwege zwischen maiblühenden Staudenmassen
und maiblühenden Sträuchern, vor allem Flieder und Rho-dodendron,
darstellt. Unter Umständen ist es nötig, sie von dem Kampf mit dem
Grase zu befreien, was durch Einbettung in Sonnenmoosteppiche geschieht.
Man wage es, der Iris auch einmal einen gan-zen kleinen Parkrasenplatz
zu widmen, ziehe sie nicht nur an sonnigen Gehölz-rändern zu grossen
Massen zusammen, sondern lasse sie auch in schmalen buchtenreichen
Zügen sortenweise nach der Mitte zu vordringen. Auch hier spie-len
dann im Spätsommer und Herbst grosse Staudengräser sowie Iris sibirica
und ochroleuca die wichtige Rolle, über das Unansehnlichwerden des
Laubwerks mancher Iris germanica-Sorten hinwegzuhelfen. Schön sind
wegbegleitende Irisstreifen, ebenso im grössten Park wie im kleinsten
Hausgarten. |
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| Auch in
kleineren Gärten ist die Nachbarschaft regelmässiger Wasser-becken
auf mannigfache Weise in ein leicht eingesenktes Ufergärtchen zu
verwandeln. Der Inhalt dieser Ufergarten-freuden ist meist unbekannt.
Gerade die Gartenveranstaltungen, die uns wie zum Beispiel
Steingärten und Ufergärten im Garten das intimste Zusammensein
mit der Natur gewähren, sind vom Unkraut mannigfacher Vorurteile
umwuchert. Die Maurer bauen solche Wasser-becken mit tödlicher Sicherheit
so, dass sie zerfrieren würden, wenn das Wasser im Winter darinbliebe.
Die Wände müssen im Winkel von 45 Grad abgeschrägt nach der Mitte
zu verlaufen und der Bo-den noch einige besondere Mulden von der
gleichen 50 cm betragenden Tiefe wie das Becken enthalten. |
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Wer solche Ufergärtchen
ganz naiv mit modernen Iris, mit dem Eulalia-Gras, Tradescantia,
Thalictrum, Gladiolen, Hemerocallis, Trollius, Funkia, Anchusa
myosotidiflora bepflanzt, kommt schnell zu guten Wirkungen. Hat
er Lust, sich mit den Raum- und Zeit- sowie Form- und Farbenproblemen
tiefer abzugeben, so wird ihm einige Jahrzehnte lang der Stoff
nicht ausgehen. Immer wieder in der langen Iriszeit steht man
tageweise ganz unter dem Zeichen dieser Blume, trotz der Nebenbuhlerschaft
so vieler anderer prunkender Gewächse. Ganze Stunden gehen dann
oft darüber hin, dass man im Ufergärtchen mit ab-geschnittenen
Irisstielen aus dem Irisquartier Versuche in Farbenwirkung, Nachbarschaften
und Fernwirkungen aller möglicher Sorten anstellt. Die Fernwirkungen
der Farben an Gartenplätzen mit weiter Sicht sind meistens ganz
andere, als man ihnen zugetraut hatte. Rhythmische Bepflanzung
in grösseren Trupps hoch herauswachsender Iris in ausgesprochenen
Gegensätzen mit Be-rücksichtigung der grossen sechs Zeitgruppen
ergibt die besten Lösungen. Bei regelmässigen Anlagen, also z.B.
gelbe und blaue Schwertlilien, sodann Caltha palustris und Anchusa
myosotidiflora nebst Trollius in Gelb und Orangegelb, dann Iris
florentina mit Purple King und zu gleicher Zeit Pullach mit Halfdan,
weiterhin Rheintraube mit Darwin, Iris sibirica superba mit Hemerocallis
flava, und Thalictrum aquilegifolium, ihr folgend Iris trigonocarpa
mit Schneekönigin, Iris Mme. Chereau mit Maori King und schliesslich
Iris Rheinnixe, der man dann auch einmal Feuerlilien als Nachbarn
ge-ben kann.
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| Acquarell
von Hilda von Lieres |
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Neuere
zweifarbige Schwertlilien:
Iris Rheinnixe und tiefrobraune Feuerlilien:
Lilium umbellatum incomparabile
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| Dann folgen
Iris kaempferi, Tradescantien, Staudenvergissmeinnicht, die schöne
gelbe Hemerocallis citrina, deren grosse Staudenbüsche in den Duft,
der von den Phloxbeeten hinüberstreicht, abends ihren zarten Maiblu-mengeruch
mischen. Ihr folgen die orna-mentale orangerote Hemerocallis Kwanso
flore pleno, die Spiräen, Astilben und die Gladiolen. |
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| Eine überraschende
Rolle spielt die Beleuchtung für die Irisfarben. Iris wird hier
nur noch von Rittersporn übertroffen. Die schönsten Stunden haben
solche Ufergärtchen, wenn bei heiterem Himmel Wolkenschatten oder
ferne Haus- und Baumschatten auf sie treffen. Auf letzteres muss
bei der Platzwahl für solche Anlagen geachtet werden. Viele Farben
sind am schönsten, wenn der Garten in der Ekstase der Sonnenauf-
und -untergangsstunden liegt. Andere wieder entfalten ihre höchste
Eigenart, wenn sie bei hellstem Standort doch dem Sonnenlicht entrückt
sind oder sogar im Dämmerlichte stehen. |
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| Was vor
zwei bis drei Jahrzehnten an Irisschönheit in Deutschland bekannt
war, war von mittelalterlicher Dürftigkeit. Eine Welt von Reichtum
in allen Regen-bogenfarben hat sich inzwischen ent-faltet. Ostasien
und Südeuropa sind die beiden Hauptursprungsländer. Die ostasiatischen
Iris kaempferi, die erst im Juni/Juli blühen, übertreffen alle euro-päischen
Iris. Sie gehören zu den märchenhaftesten und grössten Blumen der
Erde, können auch im kleinsten Hausgarten ohne besondere Vorrichtungen
gedeihen. Für die meisten deutschen Gartenfreunde und Gartenfreundinnen
existiert die ganze neue Irisherrlichkeit noch nicht. Sie leben
noch ihr altes irisarmes Dasein kümmerlich dahin und verschwinden
dann wohl selber wie Schneeglöckchen ahnungslos aus einer Welt anschwellenden
unermesslichen Gartenreichtums. |
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| Einige Vorschläge
für wirkungsvolle, blütezeitgemässe Zusammenfassung von Irisfarben: |
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| Iris germanica
und interregna: Darwin, Ilsan, Mme. Chereau - Darwin, Castor, Mme.
Chereau - Caprice, Darwin - Mme. Chereau, Her Majesty, Darwin -
Rheinnixe, Darwin - Maori King, Thora - Fro, Rheintraube, Mme. Chereau
- Neubronner, Castor - Neubronner, Aurea, Caprice - Caprice, Her
Majesty, Darwin - Helge, Frithjof - Florentina, Pullach - Purple
King, Florentina - Rheintraube, Aurea - Maori King, Aurea. |
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| Iris pumila:
Cyanea, Iris pumila Aurea oder Excelsa, Fee und Schneekuppe. |
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| Iris sibirica
superba: Iris sibirica alba - Iris sibirica Schneekönigin, Iris
trigonocarpa - Iris ochroleuca gigantea, Iris ochroleuca sulphurea,
Iris Monspur. |
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| Iris-Kalender |
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| Erste
Zeitgruppe, Vorfrühlings-Iris: Iris danfordiae und reticulata.
Ende Februar und Anfang März einige Wochen zu-sammen blühend. |
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| Zweite
Zeitgruppe, Iris pumila-Gruppe. Mitte April bis 1. Mai erblühend.
Iris pumila-Hybriden: Iris pumila hybr. Cyanea, Iris pumila hybr.
Excelsa, Iris pumila hybr. Aurea, Iris pumila hybr. Formosa. |
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| Dritte
Zeitgruppe, Anfang bis Mitte Mai: Iris pumila hybr. Schneekuppe,
Fee. |
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| Vierte Zeitgruppe,
Mitte Mai erblühend: Iris interregna: Frithjof, Helge, Halfdan,
Pullach. |
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| Fünfte
Zeitgruppe, nach Mitte Mai erblühend: Iris germanica Purple
King, florentina, purpurea, Karputh. |
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Sechste Zeitgruppe,
letzte Maiwoche erblühend: Alan Gray, Maikönigin, Caprice, Lohengrin,
Darwin, Neubronner, Rheintraube, Castor, Her Majesty, sibirica,
flavescens, sanguinea, Juniata.
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| Siebente
Zeitgruppe, Ende Mai erblühend: echte pallida, aurea, magnifica,
Ilsan, Fro, Loreley, Victoria Luise, Nibelungen, Eggesax1,
Iriskönig, Flammenschwert, Black Prince. |
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| Achte
Zeitgruppe, Anfang Juni erblühend: Thora, Othello, Rheingaunixe,
Mme. Chereau, Darius, Maori King, Clio, Victorine, Mithras, Mrs.
Willmott, sibirica trigonocarpa, Schneekönigin. |
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| Neunte
Zeitgruppe, Mitte Juni erblühend: Monspur, ochroleuca gigantea,
Monjeri, Kaempferi. |
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| 1
Mit der Iris 'Eggesax' meint Karl Foerster die damals neue Züchtung
Iris 'Eckesachs' von Goos & Koenemann. |
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| 2 Karl
Foerster spricht hier von einem Farbgemälde, das in der Mai-Nummer
der "Gar-tenschönheit" von 1920 zusammen mit seinem Beitrag veröffentlicht
wurde. |
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