Iris – ideale Partner der Päonien

Historische Schwertlilien
Dr. Milan Blazek (CR)

Fragen rund um
die Iris germanica
Dr. Milan Blazek (CR)

Aus den Anfängen
der Iris-Züchtung
Susanne Weber (D)

Züchterportraits
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Pflanzung und Pflege
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
England
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich I
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich II

Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA II
Susanne Weber (D)

Schwertlilien
Karl Foerster (D)
Die Iris-Sammlung
in Brüglingen

Susanne Weber (D)
Leben mit Gartenblumen und ohne sie
Karl Foerster (D)

Im Zeichen der Iris – von der Götterbotin zur Werbeträgerin
Dr. Iris Burgdorfer (CH)

Iridaceen Irisgewächse Die Iris aus anthropo-sophischer Sicht
Werner Simonis, (D)
Mit Götterbotin durch
die Jahrhunderte

Walter Good, (CH)
     
                                                          Gallerie Historischer Iris
                                                          
Walter Good (CH)

Züchtungen aus Frankreich II
Susanne Weber, Laufen

Ets. Cayeux
 
Aus der Familie Cayeux, ursprünglich aus Vitry sur Seine stammend, heute in Gien im Departement Loiret wohnhaft, kommen seit über hundert Jahren bedeutende Gärtner und Züchterpersönlichkeiten. Ferdinand Cayeux, 1864 bis 1948, (Ets. Cayeux et Le Clerc) war ein begeisterter Pflanzenzüchter auf vielen Gebieten. So züchtete er z.B. Dahlien, Pyrethrum, Gladiolen, Astern, Chrysanthemum maximum, Papaver, Phlox und zahlreiche Gemüsesorten, vor allem aber auch Iris barbata. Er erhielt zwischen 1929 und 1939 für seine Züchtungen zehnmal die höchste französische Auszeichnung, nämlich die französische Dykes Medal, die seit dem Krieg leider nicht mehr vergeben wird.
 

Iris 'Ma Mie', 1906

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Président Pilkington', 1931

Foto: Ch.Loosli

 
1928 besuchten amerikanische Iriszüchter Cayeux, und Mrs. Pattison schrieb am Ende eines Artikels über diese Reise:
 

«Nachdem ich mit Iris-Spezialisten und Amateuren, die ich in England und Frankreich getroffen habe, gesprochen habe, glaube ich, dass die allgemeine Ansicht gilt, dass Monsieur Cayeux der beste Züchter der Welt ist.»

 

Iris 'Don Juan', 1928

Foto: Ch. Loosli

 
Im Bulletin der Amerikanischen Iris-Gesellschaft, A.I.S., lesen wir 1939:
 

«Monsieur Ferdinand Cayeux had begun breeding Irises in a large way and from 1924 on this firm has been probably the world's greatest in this work. An immense number of award winners have been produced, and many of the best American varieties owe their success to the «blood» of superbe Cayeux Irises.»

 

Iris 'Constellation', 1936

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Acropole', 1939

Foto: Ch. Loosli

 
1935 erhielt Ferdinand Cayeux in England die Foster Memorial Plaque. In seinem Betrieb wuchsen aber nicht nur seine eigenen Züchtungen, er kaufte auch die besten neuen Iris in den USA, in England und Deutschland, um sie mit seinen eigenen Züchtungen zu vergleichen und um mit ihnen weiter zu züchten und sie in sein Verkaufssortiment aufzunehmen.
 
Der Zweite Weltkrieg – eine schmerzhafte Zäsur in der europäischen Pflanzenzucht
 
Durch den Zweiten Weltkrieg erlitten Züchtung und Anbau von Blumen in Europa einen empfindlichen Rückschlag. Aber dem Sohn von Ferdinand Cayeux, René Cayeux, (1896 – 1970), gelang es, das Sortiment über den Krieg zu retten. Er züchtete keine Iris, sondern war hauptsächlich im Samengeschäft tätig und spezialisierte sich auf Dahlien. Von 1947 bis 1959 gab er zunächst Listen und illustrierte Kataloge heraus.
 
Der wirkliche Aufschwung und das Interesse an Iris begann 1960 unter seinem Sohn Jean Cayeux, der den Betrieb nach Gien verlegte und ihn im Zeitraum von dreissig Jahren von 3 Hektare auf 20 Hektaren vergrösserte. Jean Cayeux fing mit 19 Jahren an, Iris zu züchten, und brachte schon 1945 hervorragende Sorten heraus, die auch in das europäische Ausland und in die USA exportiert wurden, wo sie oft als Elternsorten für die Weiterzucht verwendet wurden.
 

Iris 'Victor Hugo', 1929

Foto: Ch. Loosli

 
1990 hat Richard Cayeux, geb. 1958, der Sohn von Jean Cayeux, den Betrieb übernommen, in dem er seit 1983 mit seinem Vater gearbeitet hatte. Hervorragend ausgebildet, mit der Erfahrung aus Generationen und auf dem neuesten Wissensstand, ist er heute der erfolgreichste Iris-Züchter Europas, und sicher sind noch grosse Iris von ihm zu erwarten.
 
Ich hatte in Laufen bei mehreren Besuchen Jean Cayeux kennengelernt, welchen freundschaftliche Kontakte und der Austausch mit Frau von Stein-Zeppelin verbanden. Es waren immer interessante Gespräche. Besonders eindrucksvoll war der Besuch in der Gärtnerei, wo Vater und Sohn uns die neuesten Sämlinge zeigten: bleublancrouge, damals in Variationen. Seine Frau ist eine charmante begabte Floristin. Ob wohl in der fünften Generation von ihnen nie geahnte Iris gezüchtet werden?
 
Millet & Fils
 
Diese Firma war spezialisiert auf Iris, Päonien und Veilchen. Seit 1924 führte sie einen bebilderten Iriskatalog. Die sensationellste Züchtung war 1914 Iris 'Souvenir de Mme Gaudicheau'*, eine grossblumige violette Sorte. Ebenfalls 1914 wurde die Sorte Iris 'Corrida'*, eine kleinblumige, in einem reinen Hellblau sehr reich blühende Sorte registriert.
 

Iris 'Heliane', 1931

Foto: Ch. Loosli

 
Diese Sorte hat sich am längsten in den Staudenkatalogen gehalten, aber leider waren viele falsche Iris 'Corrida' verbreitet, welche etwas dunklere Hängeblätter aufweisen und nicht den Charme der echten Pflanze haben. Später kam dann noch Iris 'Germaine Perthuis', 1924, ein Kind der Iris 'Souvenir de Madame Gaudicheau', das in der selben Farbe wie diese, aber mit einem leuchtend gelben Bart blüht.
 
Die Firma Millet erlosch 1938.
 
Dr. Marc Simonet (1899–1966), Paris und Villa Thuret, Cap d'Antibes
 
Dr. Marc Simonet war Gartenbauingenieur, Vorsitzender des Forschungsinstitutes in Versailles und während vieler Jahre Leiter des genetischen und pathologischen Laboratoriums der Herren Vilmorin-Andrieux in Paris.
 
 Marc Simonet, in der Grossstadt Paris aufgewachsen, verbrachte als Kind lange Ferien in Verrières-le-Buisson, wo er durch die Gärten Vilmorins und Kontakte mit den dortigen Gärtnern die ersten Anstösse für seinen späteren Beruf bekam. 1916 –1922 erhielt er seine Ausbildung an der Ecole Nationale Supérieure d'Horticulture in Versailles. Er gewann ein Stipendium am Institut Pasteur, wo er sich besonders für Genetik und Chromosomen interessierte und viele Kreuzungen machte, hauptsächlich mit Getreide und Lein. Von 1923 bis 1931 war er Chef des wissenschaftlichen Laboratoriums von Vilmorin. Dort lernte er auch die Garteniris kennen. Die Erkenntnis des Zusammenhanges zwischen Chromosomenzahl und Riesenwuchs musste belegt werden. 1932 legte er seine Iris-Monographie als Dissertation an der Sorbonne vor. Von da an beschäftigte er sich vorwiegend mit der Gattung Iris auch während seiner Tätigkeit am Centre National de Recherche Scientifique in Versailles von 1931 bis 1936. In diesem Jahr ging er als Direktor an das Centre de Recherche Agronomique de Provence in die Villa Thuret in Antibes, wo er bis 1942 arbeitete. Durch seine Studien über die Polyploidisierung mit Colchicin kam er wieder zu Vilmorin als wissenschaftlicher Direktor. Ab 1948 arbeitete er wieder in Versailles und machte cytologische Untersuchungen über Arten, Hybriden und Gartenformen der Gattung Iris. Seine Liste über die Chromosomenzahlen der verschiedenen Iris ist sehr aufschlussreich und wurde von der Amerikanischen Iris-Gesellschaft übernommen. Dr. Peter Werckmeister, Geisenheim, arbeitete mit Dr. Simonet zusammen, sie waren auch befreundet. Die wertvollen Züchtungen Dr. Werckmeisters datieren aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, ebenso sein wichtiges Werk, der «Catalogus Iridis» aus dem Jahr 1967.

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