| Ets.
Cayeux |
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| Aus der
Familie Cayeux, ursprünglich aus Vitry sur Seine stammend,
heute in Gien im Departement Loiret wohnhaft, kommen seit über
hundert Jahren bedeutende Gärtner und Züchterpersönlichkeiten.
Ferdinand Cayeux, 1864 bis 1948, (Ets. Cayeux et Le Clerc) war ein
begeisterter Pflanzenzüchter auf vielen Gebieten. So züchtete
er z.B. Dahlien, Pyrethrum, Gladiolen, Astern, Chrysanthemum
maximum, Papaver, Phlox und zahlreiche Gemüsesorten, vor
allem aber auch Iris barbata. Er erhielt zwischen 1929 und
1939 für seine Züchtungen zehnmal die höchste französische
Auszeichnung, nämlich die französische Dykes Medal, die
seit dem Krieg leider nicht mehr vergeben wird. |
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Iris 'Ma Mie',
1906
Foto: Ch.
Loosli
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Iris 'Président
Pilkington', 1931
Foto: Ch.Loosli
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| 1928 besuchten
amerikanische Iriszüchter Cayeux, und Mrs. Pattison schrieb
am Ende eines Artikels über diese Reise: |
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«Nachdem
ich mit
Iris-Spezialisten und Amateuren, die ich in England und
Frankreich getroffen habe, gesprochen habe, glaube ich,
dass die allgemeine Ansicht gilt, dass Monsieur Cayeux der
beste Züchter der Welt ist.»
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Iris 'Don Juan',
1928
Foto: Ch.
Loosli
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| Im Bulletin
der Amerikanischen Iris-Gesellschaft, A.I.S., lesen wir 1939:
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«Monsieur
Ferdinand Cayeux had begun breeding Irises in a large way
and from 1924 on this firm has been probably the world's
greatest in this work. An immense number of award winners
have been produced, and many of the best American varieties
owe their success to the «blood» of superbe Cayeux
Irises.»
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Iris 'Constellation',
1936
Foto: Ch.
Loosli
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Iris 'Acropole',
1939
Foto: Ch.
Loosli
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| 1935 erhielt
Ferdinand Cayeux in England die Foster Memorial Plaque. In seinem
Betrieb wuchsen aber nicht nur seine eigenen Züchtungen, er
kaufte auch die besten neuen Iris in den USA, in England und Deutschland,
um sie mit seinen eigenen Züchtungen zu vergleichen und um
mit ihnen weiter zu züchten und sie in sein Verkaufssortiment
aufzunehmen. |
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| Der Zweite
Weltkrieg – eine schmerzhafte Zäsur in der europäischen
Pflanzenzucht |
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| Durch den
Zweiten Weltkrieg erlitten Züchtung und Anbau von Blumen in
Europa einen empfindlichen Rückschlag. Aber dem Sohn von Ferdinand
Cayeux, René Cayeux, (1896 – 1970), gelang es, das Sortiment
über den Krieg zu retten. Er züchtete keine Iris,
sondern war hauptsächlich im Samengeschäft tätig
und spezialisierte sich auf Dahlien. Von 1947 bis 1959 gab er zunächst
Listen und illustrierte Kataloge heraus. |
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| Der wirkliche
Aufschwung und das Interesse an Iris begann 1960 unter seinem
Sohn Jean Cayeux, der den Betrieb nach Gien verlegte und ihn im
Zeitraum von dreissig Jahren von 3 Hektare auf 20 Hektaren vergrösserte.
Jean Cayeux fing mit 19 Jahren an, Iris zu züchten, und brachte
schon 1945 hervorragende Sorten heraus, die auch in das europäische
Ausland und in die USA exportiert wurden, wo sie oft als Elternsorten
für die Weiterzucht verwendet wurden. |
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Iris 'Victor
Hugo', 1929
Foto: Ch.
Loosli
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| 1990 hat
Richard Cayeux, geb. 1958, der Sohn von Jean Cayeux, den Betrieb
übernommen, in dem er seit 1983 mit seinem Vater gearbeitet
hatte. Hervorragend ausgebildet, mit der Erfahrung aus Generationen
und auf dem neuesten Wissensstand, ist er heute der erfolgreichste
Iris-Züchter Europas, und sicher sind noch grosse Iris
von ihm zu erwarten. |
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| Ich hatte
in Laufen bei mehreren Besuchen Jean Cayeux kennengelernt, welchen
freundschaftliche Kontakte und der Austausch mit Frau von Stein-Zeppelin
verbanden. Es waren immer interessante Gespräche. Besonders
eindrucksvoll war der Besuch in der Gärtnerei, wo Vater und
Sohn uns die neuesten Sämlinge zeigten: bleublancrouge, damals
in Variationen. Seine Frau ist eine charmante begabte Floristin.
Ob wohl in der fünften Generation von ihnen nie geahnte Iris
gezüchtet werden? |
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| Millet
& Fils |
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| Diese Firma
war spezialisiert auf Iris, Päonien und Veilchen. Seit
1924 führte sie einen bebilderten Iriskatalog. Die sensationellste
Züchtung war 1914 Iris 'Souvenir de Mme Gaudicheau'*,
eine grossblumige violette Sorte. Ebenfalls 1914 wurde die Sorte
Iris 'Corrida'*, eine kleinblumige, in einem reinen Hellblau
sehr reich blühende Sorte registriert. |
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Iris 'Heliane',
1931
Foto: Ch.
Loosli
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| Diese Sorte
hat sich am längsten in den Staudenkatalogen gehalten, aber
leider waren viele falsche Iris 'Corrida' verbreitet, welche
etwas dunklere Hängeblätter aufweisen und nicht den Charme
der echten Pflanze haben. Später kam dann noch Iris
'Germaine Perthuis', 1924, ein Kind der Iris 'Souvenir de
Madame Gaudicheau', das in der selben Farbe wie diese, aber mit
einem leuchtend gelben Bart blüht. |
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| Die Firma
Millet erlosch 1938. |
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| Dr. Marc
Simonet (1899–1966), Paris und Villa Thuret, Cap d'Antibes |
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| Dr. Marc
Simonet war Gartenbauingenieur, Vorsitzender des Forschungsinstitutes
in Versailles und während vieler Jahre Leiter des genetischen
und pathologischen Laboratoriums der Herren Vilmorin-Andrieux in
Paris. |
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| Marc
Simonet, in der Grossstadt Paris aufgewachsen, verbrachte als Kind
lange Ferien in Verrières-le-Buisson, wo er durch die Gärten
Vilmorins und Kontakte mit den dortigen Gärtnern die ersten
Anstösse für seinen späteren Beruf bekam. 1916
–1922 erhielt er seine Ausbildung an der Ecole Nationale Supérieure
d'Horticulture in Versailles. Er gewann ein Stipendium am Institut
Pasteur, wo er sich besonders für Genetik und Chromosomen interessierte
und viele Kreuzungen machte, hauptsächlich mit Getreide und
Lein. Von 1923 bis 1931 war er Chef des wissenschaftlichen Laboratoriums
von Vilmorin. Dort lernte er auch die Garteniris kennen. Die Erkenntnis
des Zusammenhanges zwischen Chromosomenzahl und Riesenwuchs musste
belegt werden. 1932 legte er seine Iris-Monographie als Dissertation
an der Sorbonne vor. Von da an beschäftigte er sich vorwiegend
mit der Gattung Iris auch während seiner Tätigkeit
am Centre National de Recherche Scientifique in Versailles von 1931
bis 1936. In diesem Jahr ging er als Direktor an das Centre de Recherche
Agronomique de Provence in die Villa Thuret in Antibes, wo er bis
1942 arbeitete. Durch seine Studien über die Polyploidisierung
mit Colchicin kam er wieder zu Vilmorin als wissenschaftlicher Direktor.
Ab 1948 arbeitete er wieder in Versailles und machte cytologische
Untersuchungen über Arten, Hybriden und Gartenformen der Gattung
Iris. Seine Liste über die Chromosomenzahlen der verschiedenen
Iris ist sehr aufschlussreich und wurde von der Amerikanischen
Iris-Gesellschaft übernommen. Dr. Peter Werckmeister,
Geisenheim, arbeitete mit Dr. Simonet zusammen, sie waren auch befreundet.
Die wertvollen Züchtungen Dr. Werckmeisters datieren aus der
Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, ebenso sein wichtiges Werk, der
«Catalogus Iridis» aus dem Jahr 1967. |