Iris – ideale Partner der Päonien

Historische Schwertlilien
Dr. Milan Blazek (CR)

Fragen rund um
die Iris germanica
Dr. Milan Blazek (CR)

Aus den Anfängen
der Iris-Züchtung
Susanne Weber (D)

Züchterportraits
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Pflanzung und Pflege
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
England
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich I
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich II
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA II
Susanne Weber (D)

Schwertlilien
Karl Foerster (D)
Die Iris-Sammlung
in Brüglingen

Susanne Weber (D)
Leben mit Gartenblumen und ohne sie
Karl Foerster (D)

Im Zeichen der Iris – von der Götterbotin zur Werbeträgerin
Dr. Iris Burgdorfer (CH)

Iridaceen – Irisgewächse Die Iris aus anthropos-
ophischer Sicht

Werner Simonis, (D)
Mit Götterbotin durch
die Jahrhunderte

Walter Good, (CH)
     
                                                          Gallerie Historischer Iris
                                                          
Walter Good (CH)

Iridaceen - Irisgewächse
Die Iris aus anthroposophischer Sicht
Werner Simonis

 
Die Pflanzen spielen in der Anthroposophie eine zentrale Rolle. Uns Gartenfreunden mag vieles fremd vorkommen. Vorurteilslos betrachtet, kann uns aber diese Betrachtungsweise der Pflanzen ganz neue Welten eröffnen. In diesem Sinne sei hier der Beitrag von Werner Simonis über die Irisgewächse aus seinem Buch "Heilpflanzen und Mysterienpflanzen" abgedruckt. Sprache und Satz habe ich bewusst unverändert übernommen. (W.G.)
 
Die Irisgewächse bilden weniger Zwie-beln als die Liliaceen – dafür aber recht kräftige Knollen. Ihre Blüten gehen von der sternförmigen, aktinomorphen Gestaltung über in die zygomorphe Blütenform, d.h. in die zweiseitig symmetrische Form, die dann bei den Orchideen ganz ausgeprägt ist. Die Orchideen haben – wie schon erwähnt wurde – keine ausgesprochene Heilpflanzen, zeigen aber in ihrer Blütengestaltung Auftreten von Tierformen und Tierorganen, wie die zweiseitig symmetrische Form ja auch schon ein tierischer Wesenszug ist.
 
Nun zeigt die Iris-Blüte die Merkwürdigkeit, dass auch Stempelnarben wie Blumenkronenblätter geformt sind. Sie umhüllen und verdecken die Staubgefässe und trennen diese Sonnenorgane von der direkten Sonneneinwirkung ab.
 
Bei den Crocus-Arten ist die Knollenbildung derart, dass die neue Knolle jeweils auf der alten hockt und nicht wie beim Colchicum seitlich daneben. Dadurch entsteht die Neigung, nach oben aus der Erde herauszuwachsen. Diese Tendenz wird ausgeglichen durch Entwicklung von zweierlei Wurzelarten, von denen die sogenannten Zug-Wurzeln die Lage der Knolle in der Erde regulieren.
 
Die Irisarten entwickeln zumeist einen knollig verdickten Wurzelstock wie z.B. Iris germanica, der immer eine sehr deutliche rhythmische Gliederung zeigt. Die Widerstandskraft, d.h. Lebenskraft dieser Rhizome ist auffallend: Abgetrennt von der Erde, Frost, Hitze und der Austrocknung ausgesetzt, bewahren sie doch lange Zeit ihre Lebens- und Sprossfähigkeit – ähnlich vielen ande-ren Monden-Gewächsen.
 
Die Blattform der Iris-Gewächse zeigt Schwert- oder Säbelform – daher ihr deutscher Name "Schwert-Lilien".
 
Der Name "Iris" hängt mit der viel-artigen Farbigkeit der Blüten zusammen, die der Regenbogen-Iris ähnelt. Ich wer-de hier nur Iris germanica, Iris pseudaco-rus und Iris versicolor abhandeln.
 

Die Iris germanica oder deutsche Schwertlilie finden wir an südlichen Berghängen, sonnigen Hügeln, in Wein-bergen, an Felshängen und auf alten Mauern. Sie fällt eigentlich immer aus dem Rahmen der übrigen Begleitpflanzen heraus. Mit ihren kräftigen Wurzelstöcken, die aussehen wie riesige Wurm- oder Larvenleiber, durchpflügt sie den Erdboden immer an der Grenze des Festen, Erdigen, wo die verdunstende Feuchtigkeit des Untergrundes in son-nendurchlichtete Luftigkeit übergeht, das ist ihr Lebens-Milieu.

 
Die überdaumendicke Grundachse ist an sich kurz, aber die Rhizome früherer Vegetations-Perioden bleiben sehr lange erhalten, daher auch das Gewirr an Rhizomen, das sich dem Anblick darbietet. Der Grundachse entwächst ein kräftiger Blütenstandsstengel, der 30 bis 100 cm hoch wird. Er überragt die zweizeilig angeordneten graugrünen Laubblätter, die breitschwertförmig und etwas gekrümmt sind.
 
Die Irisblüte ist endständig, duftet an-genehm. Ihre Farbäusserung geht vom violett bis tiefblau. Zum Grund hin werden sie gelblich-weiss! Sie sind von dunkel-blauen oder violetten Adern durchzogen.
 
Blütezeit ist in normalen Jahren Mai bis Juni. Die Rhizome getrocknet, verbreiten einen wunderbaren veilchen-ähnlichen Duft, daher ihr früherer Name "Veilwurz ". Das geschälte Rhizom wur-de früher den Kindern beim Zahnen in den Mund geschoben.
 
Die Gelbe Schwertlilie – Iris pseuda-corus oder lutea – wächst an Ufern, Waldrändern, Wassergräben und in Sümpfen, wird etwa ½ bis 1 m hoch. Die Grundachse ist kräftig, aber nicht entfernt so kompakt wie die der Iris germanica. Der hohle, aufrechte Stengel trägt mehrere gelbe Blüten, die schnell verblühen. – Die Blätter sind oft noch länger als der Stengel.
 
Die hellgelben Blüten sind duftlos, Blütezeit ist Mai und Juni. Der scharfe Saft wurde früher äusserlich verwendet gegen Zahnschmerz, Kopfgrind und skrofulöse Geschwüre – innerlich gegen Hydrops. Im Rhizom sollen viel Gerbstoff, Glutamin, wenig Argenin und Cho-lin gefunden worden sein. Das Rhizom wurde verwendet bei Amaurosen und Stockungen in den Eingeweiden, gele-gentlich auch gegen Ruhr.
 
Iris versicolor, die farbenwendige Schwertlilie, ist in ihrem Habitus die zarteste von den dreien. Sie kam aus wässrig-sumpfigen Gegenden Nord-amerikas nach Europa. Sie entwickelt einen rundlich dünnen, spitz zulaufenden, braunen Wurzelstock von etwa Fingerlänge, der sehr zahlreiche, weisse feingegliederte Erdwurzeln in die Tiefe senkt. Nach oben spriessen sehr schmale, degenförmige, an den Spitzen leicht gebogene Blätter. Der Bütenstandsschaft wird etwa 90 bis 100 cm hoch und entwickelt wieder im Gegensatz zur Iris germanica und zur eigenen grazilen Gestalt recht grosse Blüten – zwei bis drei an der Zahl. Die Farbe der Blüten ist blauviolett, zum Kelch hin weiss-gelblich mit blauvioletter Aderung. Die Frucht ist eine dreikantige Kapsel.
 
Amerikanische Ärzte verwandten die-se Heilpflanze als galleförderndes, mild abführendes sowie harnabsonderndes Mittel. Das frische Rhizom hat diese Wirkungen. Es wirkt Erbrechen und Diurese anregend und ruft als Intoxikationserscheinung schwere Übelkeit hervor mit nachfolgender starker Erschöpfung.
 

Aus der homöopathischen Prüfung ergibt sich, dass Iris versicolor D 30 innerlich und als Injektion gegen Wetterempfindlichkeit der schlanken, blonden Menschen wirkt. Auch Migränen, die als Rhythmusstörungen – als sogenannte Sonntags-Migränen – auftreten, ebenso Trigeminus-Neuralgie und Ischialgie reagieren auf dieses Mittel.

 
Betrachtet man diese Pflanze im Ganzen, dann zeigt sich in der bemerkenswerten Aufgliederung der Erdwur-zeln - die weder Iris germanica noch pseudacorus haben – dass Iris versicolor eine stärkere Beziehung zum Erdhaften und zum Nervensystem hat.
 
Das Rhizom ist geringer gestaut als bei den beiden anderen. Die Blattregion zeigt eine geringere rhythmische Kraft als jene, während die Blütenregion sich stärker in Erscheinung bringt.
 
Iris versicolor hilft Menschen, die im rhythmischen Organismus über geringe Widerstandskraft gegen Einflüsse von aussen verfügen. Sie können sich von innen her nicht wehren gegen das Überwiegen von Stoffwechselvorgängen, die über ihre Grenzen hinaus in das Kopf-Nervengebiet des Menschen hi-neinwirken.
 
Die empfindungsmässigen Durchatmungsimpulse solcher Menschen wer-den nicht genügend von der Le-bensorganisation – vom Ätherleib – auf-genommen und lassen dadurch physische Erscheinungen auftreten, die ein direktes Eingreifen des Astralleibes in die physische Organisation des mensch-lichen Körpers erkennen lassen. Des zeigt ganz deutlich das homöopathische Arzneibild, das ich Ihrem Studium sehr empfehle.

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