Iris – ideale Partner der Päonien

Historische Schwertlilien
Dr. Milan Blazek (CR)

Fragen rund um
die Iris germanica
Dr. Milan Blazek (CR)

Aus den Anfängen
der Iris-Züchtung
Susanne Weber (D)

Züchterportraits
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Pflanzung und Pflege
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
England
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich I
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA I

Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich II
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA II
Susanne Weber (D)

Schwertlilien
Karl Foerster (D)
Die Iris-Sammlung
in Brüglingen

Susanne Weber (D)
Leben mit Gartenblumen und ohne sie
Karl Foerster (D)

Im Zeichen der Iris – von der Götterbotin zur Werbeträgerin
Dr. Iris Burgdorfer (CH)

Iridaceen Irisgewächse Die Iris aus anthropo-sophischer Sicht
Werner Simonis, (D)
Mit Götterbotin durch
die Jahrhunderte

Walter Good, (CH)
     
                                                          Gallerie Historischer Iris
                                                          
Walter Good (CH)

Züchtungen aus den USA I
Susanne Weber, Laufen
Die mit einem (*) versehenen Sorten sind in der Sammlung der Historischen Iris im Botanischen Garten von Brüglingen zu besichtigen. (W.G.)

Die Wurzeln der heutigen Iris-Zucht, die hauptsächlich in den USA, aber auch wieder in Europa immer neue Ergebnisse hervorbringt, liegen in Europa und hier vor allem in Frankreich, Deutschland und auch England. Für die ernsthaften leidenschaftlichen Iris-Freunde, die nicht nur den neuesten Erscheinungen in den Katalogen nachlaufen, ist ein Blick auf die Entstehung der alten Sorten von zentraler Bedeutung, da die Historischen Sorten, die bis zum Zweiten Weltkrieg entstanden sind, die Basis der eindrucksvollen modernen amerikanischen Züchtungen bilden.
 
Bertrand H. Farr (1863–1924
Farr war Besitzer eines Musikgeschäftes und Hobbygärtner. Er liess sich aus England, Frankreich und Deutschland grosse Mengen verschiedener Iris- und Päoniensorten kommen und war davon so begeistert, dass er 1908 das Musikgeschäft in Iowa verkaufte und die Farr Nurseries in Wyomissing gründete. Er soll bis zu seinem Tod ca. 1200 Iris-Sorten gesammelt haben, und aus diesem Fundus waren natürlich gezielte und vielversprechende Kreuzungen möglich. Ich erinnere mich vor allem an Iris 'Rose Unique'*, 1910, und Iris 'Georgia', 1920, die beide in einem klaren Lilarosa blühen.
 
Alten englischen Katalogen kann man entnehmen, dass er ausser mit blauen Sorten und Plicata vorwiegend in dieser Farbe erfolgreich war.
 
 Farr war acht Jahre lang Präsident der A.P.S. (Amerikanischen Päonien Gesellschaft) und von 1920 bis 1924 Direktor der A.I.S. (Amerikanischen Iris Gesellschaft). In den USA gilt er als der erste ernsthafte Iris-Züchter. Nach seinem Tode spezialisierte sich der Betrieb mehr auf Gehölze und Immergrüne. Stauden wurden keine mehr gezüchtet.
 
Grace Sturtevant (1865–1947)
Miss G. Sturtevant war die Tochter des Direktors der Versuchsstation Geneva, N.Y., und illustrierte seine botanischen Studien. Seit 1894 sehr an Gärten interessiert, begann sie 1909 Iris zu züchten und stellte 1915 zum ersten Mal ihre Züchtungen aus, wofür sie die Silbermedaille der Gartenbaugesellschaft von Massachusetts und 1924 die Goldmedaille erhielt. Sie richtete eine kleine Gärtnerei, die Glen Road Iris Gardens, ein und war aktiv an der Gründung der Amerikanischen Iris-Gesellschaft beteiligt. 1935 erhielt sie die Goldmedaille der American Iris Society und 1938 die Foster Memorial Plaque. Ihre bekanntesten Züchtungen sind: Iris 'Mother of Pearl', 1917, zartes Lavendelblau, grossblumig, Iris 'Shekinah', 1918, zitronengelb mit dunkelgelbem Bart Iris 'Airy Dream'*, 1929, seidig lilarosa, heller Bart.
 

Iris 'Prince Charming', 1924

Foto: Ch: Loosli

 
Der Engländer Bliss taufte eine seiner Züchtungen ihr zu Ehren, nämlich die bereits beschriebene schokoladebraune Iris 'Grace Sturtevant'.
 
Hans Peter Sass (1868–1949)
 
Die Brüder Sass, die in den USA zu den bedeutendsten Iris-Züchtern vor dem Zweiten Weltkrieg zählten, wurden beide noch in Deutschland, in Alt Duvenstedt, geboren. Hans Peter Sass verbrachte seine Jugend dort, bis seine Eltern 1884 mit der Familie in die USA übersiedelten und eine Farm bei Omaha in Nebraska übernahmen. Bis 1903 lebte er dort als Farmer, dann erwarb er 80 Acres Land bei Washington, Nebraska, und begann dort mit der Blumenzucht. Er beschäftigte sich sein Leben lang mit Botanik, und die Schriften von Rev. C.S. Harrison lenkten seine Aufmerksamkeit auf Päonien und Iris. Seit 1939 war er Besitzer von Midwest Gardens Elkhorn. Er züchtete vor allem braungelbe Plicatas und braunrote Sorten. Die Dykes-Medal erhielt er für die Sorte Iris 'Rameses', 1929, die zweitonig braunrot blüht.
 
Hans Peter Sass selber hielt aber die folgende Sorte, die später an fast allen Kreuzungen in dieser Farbe beteiligt war, für seine bedeutendste Züchtung: Iris 'King Tut'*, 1926, eine Iris mit goldbraunem Dom, braunroten Hängeblättern und einem goldgelben Bart.
 

Iris 'King Tut'*, 1926

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Clara Noyer', vor 1931

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Orloff', 1937

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Tiffany', 1938

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Ruth Pollok', 1939

Foto: Ch. Loosli

 

Jakob Sass (1872–1945)

 
Jakob Sass, der Bruder von Hans Peter Sass, wurde 1872 ebenfalls in Alt Duvenstedt geboren. Er blieb nach der Auswanderung auf der Farm in Omaha und züchtete seit 1901 dort Päonien und Iris. Seine ersten Iris-Sämlinge blühten 1907, und es gelangen ihm ganz neue Farbkombinationen. Eine berühmte Sorte, die uns nach dem Krieg sehr beeindruckte, ist leider nicht mehr im Sortiment: Iris 'The Red Douglas', 1937, Dom braunrot, Hängeblätter warmes Mahagonirot
 

Iris 'Electra', 1935

Foto: Ch. Loosli

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