| Die Wurzeln
der heutigen Iris-Zucht, die hauptsächlich in den USA, aber auch
wieder in Europa immer neue Ergebnisse hervorbringt, liegen in Europa
und hier vor allem in Frankreich, Deutschland und auch England.
Für die ernsthaften leidenschaftlichen Iris-Freunde, die nicht nur
den neuesten Erscheinungen in den Katalogen nachlaufen, ist ein
Blick auf die Entstehung der alten Sorten von zentraler Bedeutung,
da die Historischen Sorten, die bis zum Zweiten Weltkrieg entstanden
sind, die Basis der eindrucksvollen modernen amerikanischen Züchtungen
bilden. |
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| Bertrand
H. Farr (1863–1924 |
| Farr war
Besitzer eines Musikgeschäftes und Hobbygärtner. Er liess
sich aus England, Frankreich und Deutschland grosse Mengen verschiedener
Iris- und Päoniensorten kommen und war davon so begeistert,
dass er 1908 das Musikgeschäft in Iowa verkaufte und die Farr
Nurseries in Wyomissing gründete. Er soll bis zu seinem Tod
ca. 1200 Iris-Sorten gesammelt haben, und aus diesem Fundus waren
natürlich gezielte und vielversprechende Kreuzungen möglich.
Ich erinnere mich vor allem an Iris 'Rose Unique'*, 1910,
und Iris 'Georgia', 1920, die beide in einem klaren Lilarosa
blühen. |
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| Alten englischen
Katalogen kann man entnehmen, dass er ausser mit blauen Sorten und
Plicata vorwiegend in dieser Farbe erfolgreich war. |
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| Farr
war acht Jahre lang Präsident der A.P.S. (Amerikanischen Päonien
Gesellschaft) und von 1920 bis 1924 Direktor der A.I.S. (Amerikanischen
Iris Gesellschaft). In den USA gilt er als der erste ernsthafte
Iris-Züchter. Nach seinem Tode spezialisierte sich der Betrieb
mehr auf Gehölze und Immergrüne. Stauden wurden keine
mehr gezüchtet. |
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| Grace
Sturtevant (1865–1947) |
| Miss G.
Sturtevant war die Tochter des Direktors der Versuchsstation Geneva,
N.Y., und illustrierte seine botanischen Studien. Seit 1894 sehr
an Gärten interessiert, begann sie 1909 Iris zu züchten
und stellte 1915 zum ersten Mal ihre Züchtungen aus, wofür
sie die Silbermedaille der Gartenbaugesellschaft von Massachusetts
und 1924 die Goldmedaille erhielt. Sie richtete eine kleine Gärtnerei,
die Glen Road Iris Gardens, ein und war aktiv an der Gründung
der Amerikanischen Iris-Gesellschaft beteiligt. 1935 erhielt sie
die Goldmedaille der American Iris Society und 1938 die Foster Memorial
Plaque. Ihre bekanntesten Züchtungen sind: Iris 'Mother
of Pearl', 1917, zartes Lavendelblau, grossblumig, Iris 'Shekinah',
1918, zitronengelb mit dunkelgelbem Bart Iris 'Airy Dream'*,
1929, seidig lilarosa, heller Bart. |
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Iris 'Prince
Charming', 1924
Foto: Ch:
Loosli
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| Der Engländer
Bliss taufte eine seiner Züchtungen ihr zu Ehren, nämlich
die bereits beschriebene schokoladebraune Iris 'Grace Sturtevant'.
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| Hans
Peter Sass (1868–1949) |
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| Die Brüder
Sass, die in den USA zu den bedeutendsten Iris-Züchtern
vor dem Zweiten Weltkrieg zählten, wurden beide noch in Deutschland,
in Alt Duvenstedt, geboren. Hans Peter Sass verbrachte seine Jugend
dort, bis seine Eltern 1884 mit der Familie in die USA übersiedelten
und eine Farm bei Omaha in Nebraska übernahmen. Bis 1903 lebte
er dort als Farmer, dann erwarb er 80 Acres Land bei Washington,
Nebraska, und begann dort mit der Blumenzucht. Er beschäftigte
sich sein Leben lang mit Botanik, und die Schriften von Rev. C.S.
Harrison lenkten seine Aufmerksamkeit auf Päonien und Iris.
Seit 1939 war er Besitzer von Midwest Gardens Elkhorn. Er züchtete
vor allem braungelbe Plicatas und braunrote Sorten. Die Dykes-Medal
erhielt er für die Sorte Iris 'Rameses', 1929, die zweitonig
braunrot blüht. |
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| Hans Peter
Sass selber hielt aber die folgende Sorte, die später an fast
allen Kreuzungen in dieser Farbe beteiligt war, für seine bedeutendste
Züchtung: Iris 'King Tut'*, 1926, eine Iris mit
goldbraunem Dom, braunroten Hängeblättern und einem goldgelben
Bart. |
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Iris 'King Tut'*, 1926
Foto: Ch. Loosli
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Iris 'Clara Noyer',
vor 1931
Foto: Ch.
Loosli
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Iris 'Orloff',
1937
Foto: Ch.
Loosli
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Iris 'Tiffany',
1938
Foto: Ch.
Loosli
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Iris 'Ruth Pollok',
1939
Foto: Ch.
Loosli
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Jakob Sass (1872–1945)
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| Jakob
Sass, der Bruder von Hans Peter Sass, wurde 1872 ebenfalls in Alt
Duvenstedt geboren. Er blieb nach der Auswanderung auf der Farm
in Omaha und züchtete seit 1901 dort Päonien und Iris.
Seine ersten Iris-Sämlinge blühten 1907, und es
gelangen ihm ganz neue Farbkombinationen. Eine berühmte Sorte,
die uns nach dem Krieg sehr beeindruckte, ist leider nicht mehr
im Sortiment: Iris 'The Red Douglas', 1937, Dom braunrot,
Hängeblätter warmes Mahagonirot |
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Iris 'Electra',
1935
Foto: Ch.
Loosli
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