Iris – ideale Partner der Päonien

Historische Schwertlilien
Dr. Milan Blazek (CR)

Fragen rund um
die Iris germanica
Dr. Milan Blazek (CR)

Aus den Anfängen
der Iris-Züchtung
Susanne Weber (D)

Züchterportraits
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Pflanzung und Pflege
Historischer Iris
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
England
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich I
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA I
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus Deutschland II
Susanne Weber (D)

Züchtungen aus
Frankreich II
Susanne Weber (D)

Züchtungen
aus den USA II

Susanne Weber (D)

Schwertlilien
Karl Foerster (D)
Die Iris-Sammlung
in Brüglingen

Susanne Weber (D)
Leben mit Gartenblumen und ohne sie
Karl Foerster (D)

Im Zeichen der Iris – von der Götterbotin zur Werbeträgerin
Dr. Iris Burgdorfer (CH)

Iridaceen Irisgewächse Die Iris aus anthropo-sophischer Sicht
Werner Simonis, (D)
Mit Götterbotin durch
die Jahrhunderte

Walter Good, (CH)
     
                                                          Gallerie Historischer Iris
                                                          
Walter Good (CH)

Züchtungen aus den USA II
Susanne Weber, Laufen
Die mit einem (*) versehenen Sorten sind in der Sammlung der Historischen Iris im Botanischen Garten von Brüglingen zu besichtigen. (W.G.)

Edward Bruce Williamson (18771933)
 
E. B. Williamson lebte in Bluffton, IN, und war Banker und Naturforscher auf dem Spezialgebiet der Libellen. Er lehrte an der Vanderbilt Universität und an der Universität in Michigan und erhielt viele Auszeichnungen.
 
1906 begann er Iris zu züchten und kreuzte verschiedene Arten, später hauptsächlich Bartiris, die er vor allem nach guten Wuchseigenschaften bewertete. Er gründete die Longfield Iris Farm, Bluffton, die alle seine Sämlinge vertrieb. 1918 erschien Iris 'Lieutenant A. Williamson'*, 1918, Dom dunkelblau, Hängeblätter purpurviolett mit braunem Schlund, ein Meilenstein in der Züchtungsgeschichte.
 
Von 1920 bis 1928 war Paul Cook sein Partner, aber er schied aus, um mehr Zeit für die Züchtungsarbeit zu haben. Nach E. B. Williamsons Tod führte seine Tochter den Betrieb weiter und brachte bedeutende Sorten ihres Vaters nach seinem Tode heraus, wie z.B. Iris 'E.B. Williamson', 1934, mittelbraunrot, grossblütig, Iris 'Sable'*, (von Cook), 1934, dunkelviolett, gute Form, früh, Iris 'Amigo'*, 1934, Dom lavendelfarben, Hängeblätter veilchenblau samtig, gute Verzweigung und zwei Jahre später die unvergessene Iris 'Wabash'*, 1936, Dom weiss, Hängeblätter violett mit weissem Rand.
 



Iris 'Wabash', 1936

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Decenial', 1930

Foto: Ch. Loosli

 

Sidney B. Mitchell (1878–1952) und William Mohr (18711923)

 
S. B. Mitchell war Direktor an der Universität in Berkeley für Bibliothekswissenschaft. Er begann 1901 Iris zu züchten und liess sich die besten Sorten aus Europa kommen, die er zu einer sehr grossen Sammlung vereinigte. Er arbeitete zusammen mit William Mohr, einem leidenschaftlichen Gärtner und Pflanzenzüchter deutscher Abstammung, der wissenschaftlich vorging und genaue Aufzeichnungen machte. Ihm gelangen Kreuzungen mit Iris oncocyclus, und die schönste und grossblumigste Oncobred (Iris barbata x Iris oncocyclus) nannte Mitchell nach dem Tode seines Freundes Iris 'William Mohr', 1923, Blend mit Oncostreifen, eine Kreuzung zwischen der diploiden Plicata-Iris Iris 'Parisiana' und der Oncocyclus-Iris Iris gatesii. Eine Beschreibung der Farbe war in der Literatur nicht zu finden.
 
Er übernahm dessen ganze grosse Sammlung und führte die Arbeit William Mohrs weiter.
 
Mitchell begann 1919 mit dem Verkauf von Iris, übergab aber später das Geschäft an Salbach, der ein grosses Sortiment kalifornischer Züchtungen vertrieb und ebenfalls eine Oncobred züchtete, die berühmte:
 
Iris 'Lady Mohr', 1943, Dom silbergrau, Hängeblätter beige mit rosa und grau.
 

 Iris 'Lady Mohr', 1943

Foto: Ch. Loosli

 
Von Mohr-Mitchell galten die folgenden beiden gelben Züchtungen lange Zeit als Standardsorten: Iris 'California Gold', 1933, gelb mit etwas braunen Adern, weiche Stiele und Iris 'Happy Days', 1934, mittelgelb, früh.
 

 Iris 'California Gold', 1933 (Mitchell)

Foto: Ch. Loosli

 

Iris 'Alta California', 1931 (Mohr-Mitchell)

Foto: Ch. Loosli

 
Beide Züchter beschäftigten sich auch mit Narzissen und Primeln, Mohr auch noch mit Weizen und Gerste.
 
Mrs. Douglas Pattison, Quality Garden, Freeport, Illinois (1884–1939)
 
Quality Garden war eine der besten Iris-Sammlungen im Mittleren Westen der USA. Mrs. Pattison hatte grosse botanische Kenntnisse und klare Ideale und Vorstellungen, wie gute Iris aussehen sollten. Sie schrieb viel darüber und gab zwischen 1925 und 1938 hervorragend illustrierte Kataloge heraus. Die Firma erlosch wohl 1939. Craig nannte eine seiner Züchtungen nach dieser aussergewöhnlichen Frau: Iris 'Mrs. Douglas Pattison', 1950, hellblau, am Schlund der Hängeblätter braun geadert, hoch.
 
Edward Oliver Essig (1884–1964)
 
E.O. Essig war Professor für Insektenkunde an der Universität in Berkeley in Kalifornien. Er verfasste ein berühmtes Werk, die «History of Entomology», aber daneben war er ein begeisterter Amateurgärtner und Iris-Züchter, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeitete. Er züchtete Sorten von bemerkenswerter Härte (in Kalifornien!) wie z.B. Iris 'California Blue', 1929, mittelblau, früh, Iris 'Pale Moonlight', 1931, sehr helles Blau, Iris 'Sierra Blue'*, 1932, mittelblau, die 1935 die Dykes Medal erhielt, und Iris 'Shining Waters', 1933, mittelblau, früh.
 

Schreiners Iris Gardens, heute Salem, Oregon

F. X. Schreiner (1877–1931)
 
F. X. Schreiner sammelte in St. Paul, Minnesota, viele Iris, Päonien und Gladiolen. 1924 erschien seine erste Irisliste und 1928 ein Katalog, der eine hervorragende Einteilung auch nach Farben enthielt. Er war von 1928 bis zu seinem Tod Vizepräsident der Amerikanischen Iris-Gesellschaft und hatte gute Verbindungen nach England und Deutschland sowie Frankreich und liess 1912 viele Iris von dort zur Weiterzüchtung kommen. Ihm folgten seine Söhne Robert Schreiner (geb. 1910) und Bernard Schreiner (geb. 1919) sowie seine Tochter Constanze (geb. 1912) nach. Robert Schreiner, dessen Frau Jeanette und die heutige Generation B drei Söhne, eine Tochter, zwei Schwiegertöchter und ein Schwiegersohn B alle in der Firma mitarbeiten, ist zur Zeit wohl weltweit der grösste Iriszüchter mit einem Riesenpotential an Sämlingen und Neuheiten und den meisten Dykes-Medaillen und anderen hohen Auszeichnungen. Ende der 40er Jahre zog Robert Schreiner an den heutigen Standort nach Salem in Oregon, wo die Familie 250 Acres, ca. 96 ha, Iris bewirtschaftet, die zur Blütezeit einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.
 
Der persönliche Kontakt zwischen der Familie Schreiner und Frau von Stein-Zeppelin besteht seit den 30er Jahren, und so war es für mich ein grosses Erlebnis, den Betrieb und die Familie 1994 zu sehen
 
Cooleys Iris Gardens, Silverton, Oregon
 
Die Familie Cooley lebt seit über hundert Jahren in Silverton und ist eng mit dem Ort und der Landschaft verbunden.1923 pflanzten Rholin und Pauline Cooley die ersten Iris, die sie geschenkt bekamen. Sie waren so begeistert, dass die Iris bald ein grosses Feld hinter dem Haus füllten. 1928 kam der erste Iriskatalog heraus, und Rholin Cooley vermehrte und verkaufte die Züchtungen von Dr. Kleinsorge, der in Silverton als Physiker und Hobbygärtner lebte.
 
Der Betrieb vergrösserte sich laufend, und heute ist Richard Ernst, der Enkel der Gründer, ein anerkannter Züchter. Er leitet den riesigen Betrieb, in dem er jährlich mehr als 7 Millionen Bartiris anbaut, mit seinen Geschwistern und verkauft in die ganze Welt. Der Schaugarten und die Sämlingsfelder sind hochinteressant, und ich hatte bei meinem Besuch 1994 die Freude, von R. Ernst Cooley persönlich geführt zu werden, und konnte seine Grossmutter Pauline noch ganz aktiv erleben.
 
Von 1920 bis 1928 war Paul Cook sein Partner, aber er schied aus, um mehr Zeit für die Züchtungsarbeit zu haben. Nach E. B. Williamsons Tod führte seine Tochter den Betrieb weiter und brachte bedeutende Sorten ihres Vaters nach seinem Tode heraus, wie z.B.
Iris 'E.B. Williamson'   1934, mittelbraunrot, grossblütig
Iris 'Sable'*, (von Cook)   1934, dunkelviolett, gute Form, früh
Iris 'Amigo'*   1934, Dom lavendelfarben, Hängeblätter veilchenblau samtig, gute Verzweigung
und zwei Jahre später die unvergessene
Iris 'Wabash'*   1936, Dom weiss, Hängeblätter violett mit weissem Rand.
Sidney B. Mitchell (1878–1952) und William Mohr (1871–1923)
S. B. Mitchell war Direktor an der Universität in Berkeley für Bibliothekswissenschaft. Er begann 1901 Iris zu züchten und liess sich die besten Sorten aus Europa kommen, die er zu einer sehr grossen Sammlung vereinigte. Er arbeitete zusammen mit William Mohr, einem leidenschaftlichen Gärtner und Pflanzenzüchter deutscher Abstammung, der wissenschaftlich vorging und genaue Aufzeichnungen machte. Ihm gelangen Kreuzungen mit Iris oncocyclus, und die schönste und grossblumigste Oncobred (Iris barbata x Iris oncocyclus) nannte Mitchell nach dem Tode seines Freundes
Iris 'William Mohr', 1923,
Blend mit Oncostreifen, eine Kreuzung zwischen der diploiden Plicata Iris 'Parisiana' und der Oncocyclus-Iris Iris gatesii. Eine Beschreibung der Farbe war in der Literatur nicht zu finden.
Er übernahm dessen ganze Sammlung und führte die Arbeit William Mohrs weiter.
Mitchell begann 1919 mit dem Verkauf von Iris, übergab aber später das Geschäft an Salbach, der ein grosses Sortiment kalifornischer Züchtungen vertrieb und ebenfalls eine Oncobred züchtete, die berühmte
Iris 'Lady Mohr'   1943, Dom silbergrau, Hängeblätter beige mit rosa und grau.
Von Mohr-Mitchell galten die folgenden beiden gelben Sorten lange Zeit als Standardsorten:
Iris 'California Gold'   1933, gelb mit etwas braunen Adern, weiche Stiele
Iris 'Happy Days'   1934, mittelgelb, früh
Beide Züchter beschäftigten sich auch mit Narzissen und Primeln, Mohr auch noch mit Weizen und Gerste.

Mrs. Douglas Pattison (1884–1939), Quality Garden, Freeport, Illinois

Quality Garden war eine der besten Iris-Sammlungen im mittleren Westen der USA. Mrs. Pattison hatte grosse botanische Kenntnisse und klare Ideale und Vorstellungen, wie gute Iris aussehen sollten. Sie schrieb viel darüber und gab zwischen 1925 und 1938 hervorragend illustrierte Kataloge heraus. Die Firma erlosch wohl 1939. Craig nannte eine seiner Züchtungen nach dieser aussergewöhnlichen Frau.
Iris 'Mrs. Douglas Pattison'   1950, hellblau, am Schlund der Hängeblätter braun geadert, hoch
Edward Oliver Essig (1884–1964)
E. O. Essig war Professor für Insektenkunde an der Universität in Berkeley in Kalifornien. Er verfasste ein berühmtes Werk, die "History of Entomology", aber daneben war er ein begeisterter Amateurgärtner und Iris-Züchter, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen arbeitete. Er züchtete Sorten von bemerkenswerter Härte (in Kalifornien!) wie z.B.
Iris 'California Blue'   1929, mittelblau, früh
Iris 'Pale Moonlight'   1931, sehr helles Blau
Iris 'Sierra Blue' *   1932, mittelblau, die 1935 die Dykes Medal erhielt, und
Iris 'Shining Waters'   1933, mittelblau, früh
Schreiners Iris Gardens, heute Salem, Oregon F. X. Schreiner, (1877–1931)
F. X. Schreiner sammelte in St. Paul, Minnesota, viele Iris, Päonien und Gladiolen. 1924 erschien seine erste Irisliste und 1928 ein Katalog, der eine hervorragende Einteilung auch nach Farben enthielt. Er war von 1928 bis zu seinem Tod Vizepräsident der amerikanischen Iris-Gesellschaft und hatte gute Verbindungen nach England und Deutschland sowie Frankreich und liess 1912 viele Iris von dort zur Weiterzüchtung kommen. Ihm folgten seine Söhne Robert Schreiner (geb. 1910) und Bernard Schreiner (geb. 1919) sowie seine Tochter Constanze (geb. 1912) nach. Robert Schreiner, dessen Frau Jeanette und die heutige Generation – drei Söhne, eine Tochter, zwei Schwiegertöchter und ein Schwiegersohn – alle in der Firma mitarbeiten, ist zur Zeit wohl weltweit der grösste Iriszüchter mit einem Riesenpotential an Sämlingen und Neuheiten und den meisten Dykes-Medaillen und anderen hohen Auszeichnungen. Ende der 40er Jahre zog Robert Schreiner an den heutigen Standort nach Salem in Oregon, wo die Familie 250 Acres, etwa 96 ha, Iris bewirtschaftet. Der persönliche Kontakt zwischen der Familie Schreiner und Frau von Stein-Zeppelin besteht seit den 30er Jahren, und so war es für mich ein grosses Erlebnis, den Betrieb und die Familie 1994 zu sehen.
Cooleys Iris Gardens, Silverton, Oregon
Die Familie Cooley lebt seit über hundert Jahren in Silverton und ist eng mit dem Ort und der Landschaft verbunden.
1923 pflanzten Rholin und Pauline Cooley die ersten Iris, die sie geschenkt bekamen. Sie waren so begeistert, dass die Iris bald ein grosses Feld hinter dem Haus füllten. 1928 kam der erste Iriskatalog heraus, und Rholin Cooley vermehrte und verkaufte die Züchtungen von Dr. Kleinsorge, der in Silverton als Physiker und Hobbygärtner lebte.
Der Betrieb vergrösserte sich laufend, und heute ist Richard Ernst, der Enkel der Gründer, ein anerkannter Züchter. Er leitet den riesigen Betrieb, in dem er jährlich mehr als 7 Millionen Bartiris anbaut, mit seinen Geschwistern und verkauft in die ganze Welt. Der Schaugarten und die Sämlingsfelder sind hochinteressant, und ich hatte bei meinem Besuch 1994 die Freude, von R. Ernst Cooley persönlich geführt zu werden, und konnte seine Grossmutter Pauline noch ganz aktiv erleben.
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E V E N T S
W I S S E N S W E R T E S

E N Z Y K L O P Ä D I  E

 
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