| |
|
|
|
Iris
– ideale Partner der Päonien
|
|
Pflanzung und
Pflege von Iris barbata
Susanne Weber, Laufen
|
| n fast jedem
Garten findet sich irgendwo eine Iris. Oft handelt es sich dabei
um alte Historische Sorten, die mit einem Minimum an Pflege auskommen.
Vor allem in Bauerngärten findet man die alten Formen der Iris germanica,
die unermüdlich blühen. Ich selber habe einmal am Fusse eines Strauches
in meinem Garten ein Rhizom einer Iris pallida im Rasen vergessen,
wo es von allein anwurzelte und nach zwei Jahren tatsächlich zu
blühen begann. Dass Iris sehr robuste Pflanzen sind, beweist die
Tatsache, dass sie im Mittelalter von Kreuzrittern in ihren Satteltaschen
monatelang transportiert wurden, um dann in deren heimatlichen Burggärten
wieder zu neuem Leben zu erwachen. Aber nicht alle Historischen
Iris sind so überlebensfähig wie Unkräuter (heute Spontanvegetation
genannt), sie brauchen auch Pflege, um ihren Besitzer mit Blüten
zu erfreuen. Mit der vorliegenden Anleitung von Frau Weber wird
der Irisfreund allen Bartiris gerecht werden. (W.G.) |
|
| Bodenvorbereitung |
|
| Bei jeder
Pflanzung ist die Bodenvorbereitung von ausschlaggebender Bedeutung
für den Erfolg. Bartiris wollen sonnige, trockene Plätze und neutrale
bis kalkhaltige Böden. In feuchten Gegenden ist ein guter Wasserabzug
wichtig, damit die Rhizome nicht im Wasser stehen. Bei schweren
tonhaltigen Erden kann man in 15 bis 20 cm Tiefe eine Kiesschicht
einarbeiten und die Pflanzerde mit scharfem Sand oder Splitt mischen.
Sehr wichtig ist, dass alle Wurzelunkräuter sorgfältig entfernt
werden, da das Jäten in der Pflanzung sehr viel arbeitsaufwendiger
ist. Als geeignete Startdüngung gibt man den Iris einen organischen
Dünger mit höherem Kali- und Phosphoranteil und weniger Stickstoff.
Dafür eignen sich Dünger wie Oscorna, Hornoska, Knochen- und Hornmehle.
Man gibt etwa 20 bis 30 g pro m2. Ist man über die Bodenbeschaffenheit
unsicher, empfiehlt es sich, eine Bodenprobe machen zu lassen, die
einem Klarheit darüber verschafft, was in welcher Menge fehlt. Auskunft
über das nächste Institut erteilen die Landwirtschaftsämter. Wie
werden Iris am besten gepflanzt? Die beste Pflanzzeit für Iris liegt
zwischen Ende Juli und Mitte Oktober. So können sie noch vor dem
Winter anwachsen. Dies ist wichtig für Iris, denn sie sollten als
Flachwurzler flach eingepflanzt werden. Frieren die frisch gepflanzten
Iris-Rhizome im Winter hoch, empfiehlt es sich, ihre Wurzeln während
einer Tauperiode wieder anzudrücken. Beim Verpflanzen der Iris im
eigenen Garten werden die Iris-Horste mit einer Stechgabel sorgfältig
herausgehoben, um die Rhizome nicht zu verletzen. |
|
| Hat man
reichlich Iris, pflanzt man Doppel- oder Einzelrhizome im Kreis,
damit die Pflanzung im kommenden Jahr nicht so mager aussieht. Allerdings
muss man sie dann auch wieder früher verpflanzen, als wenn man ihnen
grössere Abstände lässt. Kauft man sich neue Sorten, so kann man
auch zwei oder drei verschiedene Sorten, die farblich zusammen harmonieren,
in einen Kreis oder drei Rhizome sternförmig mit genügend Abstand
pflanzen. Es ist darauf zu achten, dass man nach Möglichkeit Rhizome
mit Seitenaugen verwendet, die im nächsten Jahr bereits blühen. |
|
| Will man
die Iris auf dasselbe Beet pflanzen, auf dem schon jahrelang zuvor
Iris gestanden haben, muss unbedingt ein Teil der Erde durch Kompost
und Sand ersetzt werden, und beim Graben muss jedes Rhizomstückchen
herausgeholt werden, um nicht später ganz unerwünschte Mischungen
zu bekommen. |
|
| Sehr wichtig
ist bei einem Beet die Zwischenpflanzung, da Bartiris allein nach
der Blüte nicht gut aussehen. In einer Rabatte, wo die Bartiris
dominieren, können wir viele trockenheitsresistente Stauden dazwischen
setzen, die durch ihr Laub und andere Blütezeiten die Iris ablösen.
Ein solches Beet kann das ganze Jahr hindurch ansprechend aussehen.
Ausser nach der Neupflanzung muss es nicht mehr gegossen oder beregnet
werden. Gute Nachbarn sind viele graulaubige Stauden wie Lavendula,
Santolina, Euphorbia, nicht stark wuchernde Artemisia, Nepeta, Salvia,
Dorycnium, verschiedene Sedum oder Veronica spicata ssp. incana.
Nach den Iris blühen Perovskia und Allium, Hemerocallis, Kniphofia,
Aster amellus, Aster dumosus und viele Dendranthema in Sorten, zu
den alten Iris am besten die ungefüllten margeritenblütigen. Alle
diese Stauden vertragen viel Trockenheit. Die Begleitstauden sollten
die Irishorste nicht überwuchern, da sonst die Gefahr von Fäulnis
besteht. |
|
| Pflege
und Schädlingsbekämpfung |
|
| Im zeitigen
Frühling entfernt man alle dürren Blätter aus den Beeten, sofern
das im Herbst noch nicht möglich war. Dies ist äusserst wichtig,
damit die Pilzsporen sich nicht verbreiten können. Bei Pflanzen,
die zwei Jahre oder länger stehen, kann man einen leichten Volldünger,
am besten flüssig, geben. Gegen Blattflecken kann man vorbeugend
nach dem Austrieb mit Fungiziden spritzen, dabei muss dem Spritzmittel
ein Haftmittel (ein paar Tropfen Pril) beigegeben werden. Ultra,
Dithane, Saprol oder ein Rosenspritzmittel sind ungiftige zugelassene
Mittel, die man am besten abwechselnd einsetzt. Dabei kann man gleichzeitig
Rosen behandeln. Man spritzt je nach Wetter ca. alle drei bis vier
Wochen, natürlich nicht während der Blüte. Will man keine chemischen
Mittel einsetzen, so hilft oft ein Algenpräparat, das die Resistenz
der Blätter stärkt. In der gemischten Rabatte leiden die Iris viel
weniger unter Blattflecken als in Monokulturen. Es muss aber gesagt
werden, dass Blattflecken zwar sehr hässlich aussehen, aber die
Blüte nicht beeinträchtigen. Stark befallene Blätter zurückschneiden.
Schnecken mögen auch gerne Iris. Falls man mit dem Absammeln nicht
mehr nachkommt, so kam man vorsichtig je Pflanze zwei bis vier KörnchenSchneckenkorn
an die Pflanze legen. Davon gehen weder Igel noch Haustiere ein.
Auf keinen Fall sollte man Schneckenkörner flächig ausstreuen. Die
Firma Neudorff empfiehlt uns als neues Mittel Ferramol-Schneckenkörner
mit dem unbedenklichen Wirkstoff Eisenphosphat. Lassen wir uns überraschen!
Bei Rhizomfäule muss man die ganze Pflanze ausgraben und alle faulen
Teile in den Müll geben (nicht auf den Kompost!). Bei wertvollen
Pflanzen werden Rhizomteile, die noch fest sind, ausgeschnitten.
Oft findet man an diesen noch ein Auge. Das noch brauchbare Stück
sowie Spaten und Messer werden desinfiziert mit Chinosol oder Kaliumpermanganat
und die offene Schnittfläche mit Holzkohle eingerieben. Die so behandelte
Iris-Pflanze wird in sandige Erde eingetopft. Hat man Glück, blüht
sie nach zwei Jahren wieder. Fäulnis kann durch Verletzungen der
Rhizome beim Hacken, durch zuviel Stickstoffdünger und nasse Winter
entstehen. Liegen die Rhizome im Herbst frei, können sie bei Kahlfrost
platzen. Mit 1 bis 2 cm sandhaltiger Erde abgedeckt, werden sie
davor geschützt. Historische Iris sind robuste Gartenpflanzen Die
alten diploiden Iris sind meist sehr robust und reichblühend und
vertragen mehr Feuchtigkeit und ein ungünstigeres Klima als die
modernen tetraploiden Neuzüchtungen. Aber die Substanz der Blüten
und Stiele ist bei vielen Sorten weicher, so dass sie bei heftigen
Regengüssen völlig zerknittert aussehen können. (Eine Ausnahme bildet
hier Iris 'Mme. Chereau' von Nicolas Lemon, 1844, eine blauweisse
Plicata, deren Blüten dank ihrer relativ guten Substanz widerstandsfähiger
sind.) Aber neben immer grösseren und immer bunteren Iris werden
heute in den USA und in England bewusst niedere und kleinblumigere
Sorten mit guter Substanz gezüchtet. Das sind die Border Bearded
oder Table Iris, die als kleinblumige Iris gut für den Schnitt geeignet
sind. Diese Züchtungsrichtungen vermischen sich heute so stark,
auch zum Teil mit den Intermedias, dass es keine klaren Abgrenzungen
mehr gibt und der englische Züchter Cy Bartlett auf dem sicher richtigen
Standpunkt steht, dass es wesentlich auf die Qualität und die richtigen
Proportionen zwischen Stiel, Laub, Verzweigung und Grösse ankommt.
Das ist sehr einleuchtend, und in den nächsten Jahren werden wir
sehen, wie sich diese Züchtungen in bezug auf Robustheit und Wüchsigkeit
im Vergleich zu den alten Sorten verhalten |
Zum
Seitenanfang
|