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Päonien -
Blumen mit Zukunft
Päonien sind herrliche
Blumen, die man mit gutem Gewissen zu den schönsten Blumen der Welt
zählen kann, die die herrlichsten Blütenfarben mit einer komplexen
Blütenstruktur verbinden. Ihr lieblicher Duft und ihre Langlebigkeit
machten sie während Jahrhunderten zu einer der beliebtesten Pflanzen.
Wir können nur hoffen, dass in Zukunft noch mehr Züchtungen
mit neuen Blütenfarben das schon jetzt blendende Angebot an Päonien
bereichern werden.
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Päonienstrauss,
im Vordergrund Paeonia
'Coral Charm', im Hintergrund Paeonia 'Red Charm'.
Foto: Joshua Scholten
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Die Schönheit
eines Produktes spricht immer für sich selber.
Schnittpäonien
von A bis Z
Kauf von Jungpflanzen
Die wichtigste Voraussetzung für einen produktiven und profitablen
Gartenbaubetrieb ist der Erwerb von qualitativ guten Jungpflanzen (divisions).
Diese kaufen wir bei einem Händler oder direkt in einer Gärtnerei,
was uns eine direkte Qualitätskontrolle ermöglicht.
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Eine 2 Jahre alte
Jungpflanze (division) von Paeonia
lactiflora 'Big Ben' mit 3/5 Augen
Foto: Joshua Scholten
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Desinfektion der Jungpflanzen
Es ist empfehlenswert,
die frisch gekauften Päonienwurzeln auf 43° C (Celsius) zu erwärmen,
um eventuell vorhandene Krankheitserreger abzutöten, um so die Jungpflanzen
gesund auszupflanzen.
Auspflanzen der Jungpflanzen
Die Jungpflanzen können von Hand oder mit Maschinen ausgepflanzt
werden. Die vorhandenen Maschinen müssen allerdings noch perfektioniert
werden, um in naher Zukunft optimal beim Pflanzen von Jungpäonien
eingesetzt werden zu können. Der Boden, in den ausgepflanzt wird,
muss zuerst gut drainiert und ausgeebnet werden, um Staunässe, und
damit Schäden an den Pflanzen zu vermeiden.
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Pflanzung von Päonien-Jungpflanzen:
Von links nach rechts: Joshua Scholten und Jan Scholten graben Pflanzlöcher,
Jeremy Scholten pflanzt Päonien ein. Im Hintergrund ein Feld
mit Iris 'Blue
Diamond'.
Foto: Joshua Scholten
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Nachdem der Boden mit einer Bodenfräse
bearbeitet worden ist, werden die Jungpflanzen so gepflanzt, dass die Augen
ca. 2 bis 3 cm mit Erde bedeckt sind. Diese geringe Pflanztiefe ist sehr
wichtig, denn wenn Päonien zu tief gepflanzt werden, blühen sie
nur sehr schwach oder überhaupt nicht. Der Pflanzabstand hängt
von der Sorte ab. Einige Sorten oder Kultivare benötigen mehr Platz,
da sie wesentlich breiter wachsen. Ebenso muss man bei der Sortenwahl berücksichtigen,
wie lange die Pflanzen auf einem Stück Land stehen könne.
Düngung und Unkrautvertilgung
Päonien werden während der Wintermonate gedüngt. Wieviel
Stickstoff, Phosphor oder Kalium verwendet wird, hängt immer vom
jeweiligen Boden ab. Päonien lieben einen Boden mit einem pH-Wert
von 6 bis 7. Ebenfalls in den Wintermonaten gelangen chemische Herbizide
als Unkrautvertilger zum Einsatz. Es ist äusserst wichtig, dass diese
Herbizide während der Ruhezeit der Päonien eingesetzt werden.
Während der Vegetationsperiode würden sonst die Päonien
die Herbizide durch ihre Wurzeln aufnehmen und damit geschädigt.
Wenn die jungen Pflanzen im Frühjahr zu wachsen beginnen, kann noch
das Mittel "Benleet" als Pflanzenschutzmittel vorbeugend eingesetzt werden.
Da die jungen Austriebe der Päonien sehr empfindlich sind, empfiehlt
sich eine vorbeugende Behandlung. Wir setzen Pflanzenschutzmittel ein
bis ca. 2 Wochen vor der Ernte. Nach der Ernte werden Päonien mit
flüssigem Dünger versorgt, um das Wurzelwachstum und die Bildung
neuer Blütenknospen anzuregen. Ebenso gelangen weiterhin Pflanzenschutzmittel
zum Einsatz.
Das Wachstum der Päonien
im Vorfrühling
Wenn die ersten Päonientriebe im Februar/März aus dem Boden
stossen, werden die Windschutzzäune aufgestellt, um die noch zarten
und zerbrechlichen Triebe zu schützen. Die Windschutzzäune werden
normalerweise in west-östlicher Richtung aufgestellt, um die kalten
Nordwinde abzuhalten. Auf diese Art und Weise haben aber die Winde aus
westlichen und östlichen Richtungen Zutritt und halten so die Päonien
trocken. So kann sich die gefürchtete Botrytis (Päoniengrauschimmel)
weniger ausbreiten. Wenn die Päonien noch klein und zerbrechlich
sind, können sie, wenn nötig, mit Kupfersulfat vor Pilzerkrankungen
geschützt werden. Ebenso kann Benleet präventiv gegen Botrytis
eingesetzt werden.
Ausbrechen der Seitenknospen
Kurz vor der Ernte, wenn die Hauptknospen der Triebe entwickelt sind,
werden die Seitenknospen ausgebrochen. Diese Massnahme bewirkt, dass die
Hauptblumen grösser werden, weil ihnen die ganze Kraft der Wurzeln
zugute kommt. Die Seitenknospen werden gewöhnlich ausgebrochen, wenn
ihre Stiele ca. 2 bis 3 cm lang sind, eine Arbeit, die sehr zeitaufwendig
ist. Die Anzahl Seitenknospen differiert von Sorte zu Sorte.
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Zarah Scholten in
einem Feld von Paeonia
lactiflora 'Sarah Bernhardt'. Alle Seitenknospen sind ausgebrochen,
damit an jedem Stengel eine einzige grosse Blüte heranwächst.
Foto: Joshua Scholten
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Sehr wichtig ist bei dieser Arbeit,
dass an den Stielen der Päonien möglichst kleine Wunden entstehen,
weil durch offene Wunden an der Pflanze leicht Bakterien eindringen können,
ein Risiko, das so klein als möglich gehalten werden muss.
Vorbereitung der Ernte
Ende April beginnen die Vorbereitungen zur Ernte. Eine Person kann
auf einmal einen Bund Päonien von 5 oder 10 Stielen binden. Man kann
sich nun leicht vorstellen wie viele Mitarbeiter nötig sind, um 20'000
Stiele zu ernten und zu binden. Um alle Päonien rechtzeitig zu ernten,
muss die Arbeit optimal organisiert und vorbereitet sein und jeder Mitarbeiter
braucht genügend Platz. Schlecht organisierte Arbeit kostet sehr
viel Zeit.
Die drei
goldenen Regeln der Erntevorbereitung heissen:
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1. Vorbereitung
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2. Vorbereitung
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3. Vorbereitung
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Erntezeit
Wenn die Blütenknospen eine gewisse Grösse erreicht haben
und etwas weicher werden, sind die Päonien reif zu Ernte. Der Erntezeitpunkt
ist abhängig vom Wetter und von der jeweiligen Sorte. Die Erntezeit
für Päonien dauert von Mitte Mai bis Ende Juni, also ca. 6 Wochen.
Um zum Beispiel 100'000 Päonien zu ernten brauchen wir folgendes:
- Messer mit einer Klinge
vom 4 cm
- Schachteln für die
geschnittenen Stiele
- Einen Traktor, um die
Schachteln den Werkraum zu transportieren
- Einen Hubstapler, um
die Schachteln im Werkraum zu verschieben
- Einen Kühlraum von
ca. 150 Quadratmetern
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Von links nach rechts:
Tini Keeman, Theo Scholten und Zarah Scholten schneiden Paeonia
lactiflora 'Sarah Bernhardt'.
Foto: Joshua Scholten
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Wenn die Päonien
geschnitten sind, werden sie liegend in grosse hölzerne Kisten
gelegt. Diese Kisten liegen auf der Seite. Werden sie nun aufgestellt,
so stehen die Päonienstiele aufrecht in der Kiste. Auf diese
Art und Weise können anschliessend die Kisten, die dicht mit
Päonienstielen gefüllt sind, im Kühlraum aufeinander
gestellt werden.
Foto: Joshua Scholten
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Die Stiellänge der geernteten
Päonien beträgt normalerweise 60 cm. Es ist äusserst wichtig,
dass alle genau gleich lang geschnitten werden, da sonst zum Sortieren
viel Zeit verloren geht. Während der Erntezeit können wir auswählen,
ob wir alle Päonien gleichzeig ernten und verkaufen, oder ob wir
die Sorten zuerst verkaufen, die auf Botrytis anfällig sind.
Die geschnittenen Päonien
können nicht zu lange gelagert werden, da in feuchten Jahren mit
einem Verlust von 40 % gerechnet werden muss. Dies zu entscheiden ist
immer sehr schwierig, denn Päonien, die später verkauft werden,
bringen mehr Geld, andererseits riskiert man bei der Lagerung Qualitätsverluste.
Es ist deshalb für uns sehr wichtig, die geernteten Päonien
während der Lagerung im Kühlhaus genauestens zu beobachten.
Vorbereitung der Päonien
für den Verkauf
Päonien werden in Bünden von 5 oder 10 Stielen in Plastikkisten
gestellt. Wie viele Päonien in einer Plastikkiste Platz haben hängt
von der jeweiligen Sorte ab (60 bis 150 Stiele). 18 dieser Plastikkisten
werden auf einen Wagen geladen und am selben Abend in die Auktionshalle
transportiert, wo die Päonien am nächsten Morgen versteigert
werden. Auf jeder Kiste stehen die Sorte, die Anzahl der Stiele, die Länge
der Stiele und der Name des Produzenten.
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Jeremy Scholten und
Joshua Scholten bereiten
Paeonia lactiflora 'Shirley Temple' für die Auktion vor.
Foto: Joshua Scholten
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Sauberkeit auf den Feldern
nach der Ernte
Nach der Ernte werden
die auf den Feldern verbliebenen Blüten von Hand entfernt, damit
die Pflanzen keine Nährstoffe für die Samenbildung verbraucht.
Gleichzeitig wird so den Krankheiten vorgebeugt. Alles tote Pflanzenmaterial
auf der Erdoberfläche wird aus diesem Grunde ebenfalls entfernt.
Päonien lieben nahrhaften Boden und Kreide.
Boden
Päonien lieben nahrhafte, feuchte Böden. Will man Päonienwurzeln
produzieren, muss man berücksichtigen, dass auf sandigen Böden
die Wurzeln besser und sauberer geerntet werden können, was für
den Produzenten eine grosse Zeitersparnis bedeutet. Andererseits wachsen
die Päonienwurzeln auf lehmigen Böden besser.
Jede Gärtnerei muss in
dieser Frage ihre Prioritäten setzen.
Päonien verpflanzen
Päonien werden ab besten Ende August verpflanzt. Wichtig ist, dass
vorher alles tote organische Material entfernt wird, da Krankheitskeime
in abgestorbenen Blätter und Stielen sein können.
Dieses tote organische Material
wird entweder mit einem Traktor, an dem ein Rechen angehängt ist,
oder aber von Hand mit einer Gabel eingesammelt. Die letzten Reste werden
immer von Hand entfernt.
Geschichte unseres
Betriebes
Simon Scholten gründete
unseren Betrieb 1875. Er baute Gemüse an.
Sein Sohn Dirk Scholten übernahm
1920 den Betrieb. Neben dem Gemüse, begann er auch Tulpenzwiebeln
zu produzieren.
Dirks Sohn Jan Scholten übernahm
den Betrieb 1947. Er fuhr fort mit der Produktion von Gemüse und
Tulpenzwiebeln.
1964 trat sein Sohn Theo Scholten
in den Betrieb ein, der weiterhin Gemüse und Tulpenzwiebeln anbaute.
1989 änderte sich die
Struktur des Betriebes. Jan Scholten verliess die Gärtnerei und Jeremy
Scholten und Tini Keeman traten in den Betrieb ein. Jeremy ist der Sohn
von Theo Scholten und der Bruder von Joshua Scholten. Tini Keeman ist
unsere Mutter und die Frau von Theo Scholten. Im gleichen Jahr gab unsere
Firma den Anbau von Blumenzwiebeln (Tulpen und Iris) auf.
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