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Die Welt der Päonien (IV) |
Begleitpflanzen
Als gute Pflanzpartner eignen sich Stauden, die die Blütezeit der Päonien verlängern, d.h. entweder vor oder nach den Päonien blühen. Christrosen (Helleborus) eignen sich dazu, aber auch niedere oder höhere, zum Teil flächendeckende Stauden wie Frauenmantel (Alchemilla), Steinsame (Buglossoides), Glockenblume (Campanula), Salbei (Salvia), Geranium (Geranium), Mohn (Papaver), Taglilien (Hemerocallis), Aster (Aster), Junkerlilie (Asphodeline), Staudenclematis sowie viele Staudengräser sind ideale Begleiter der Päonien im Garten.
Kombiniert man Päonien mit den geeigneten Nachbarpflanzen, steigern sie gegenseitig ihren Effekt. Zur Ergänzung der relativ kurzen Blütezeit der Päonien von Mai bis Juni sind als Begleitpflanzen Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher besonders geeignet.
So setzen z.B. Zwiebelpflanzen, zu Füssen der Päonien gepflanzt, im Frühjahr reizvolle Akzente. Dazu gehören Märzenbecher (Leucojum), Traubenhyazinthe (Muscari), Blaustern (Scilla), duftende Narzissen (Narcissus), aber auch Winterling (Eranthis).
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Lange vor den Päonien blühen die Helleborus- Arten und -Sorten. auf dem Bild Helleborus niger, die ihre Blüten im Spätwinter und Vorfrühling öffnet. Foto: W. Good |
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Iris sind zur Blütezeit der Päonien ideale Begleitpflanzen. Hier eine uralte historische Iris-Blüte, die sich gerade öffnet. Foto: W. Good |
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Nach den Päonien blühen die Taglilien. Auf dem Bild ist die erste, melonenfarben blühende Züchtung, Hemerocallis 'George of Cunningham' zu sehen. Foto: W. Good |
Pflanzung
Damit sich die Päonien, die mit Ausnahme einiger weniger Wildarten robuste, wüchsige Pflanzen sind, in Ihrem Garten wohl fühlen und einen reichen Blütenflor hervorbringen, sollten beim Pflanzen folgende Punkte beachtet werden:
Päonien brauchen möglichst viel Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag, und genügend Platz, um sich frei entfalten zu können.
Päonien wollen einen tiefgründigen Boden mit einem guten Wasserabzug. In stauender Nässe gehen sie zugrunde. Bei schweren, lehmigen Böden empfiehlt es sich, in das tiefe Pflanzloch zuerst eine dicke Drainage aus Kies, Sand und Steinen zu geben, und dann mit einer Mischung aus guter Gartenerde aufzufüllen.
Die beste Pflanzzeit für Päonien ist der Herbst, damit sie gut einwurzeln können. Lediglich Containerpflanzen können auch im Frühjahr gepflanzt werden. Nach dem Austrieb im Frühling sollten sie auf keinen Fall mehr gestört werden.
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Die Knospen der Staudenpäonien dürfen höchstens 3 bis 4 cm unter der Erdoberfläche liegen. Zu tief gepflanzte Staudenpäonien blühen nicht. Zeichung: |
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Strauchpäonien sollen flach, beinahe waagrecht gepflanzt werden. Da die meisten Strauchpäonien auf Wurzeln von Staudenpäonien gepfropft sind, muss möglichst viel Holz des aufgepfropften Edelreises in die Erde gelangen, damit die Pflanze möglichst rasch viele eigene Wurzeln bilden kann. Ausserden entstehen aus den schlafenden Augen Bodentriebe, die in kurzer Zeit kräftige, breite Pflanzen mit vielen Blüten bilden. Zeichung: |
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Eine auf die oben erwähnte Art gepflanzte Strauchpäonie nach 2 bis 3 Jahren. Foto: W. Good |
Entwicklung
Päonien sind im grossen und ganzen anspruchslose und langlebige Gartenpflanzen, die von Jahr zu Jahr schöner werden, wenn man sie ungestört wachsen lässt. Der endgültige Pflanzplatz einer Pfingstrose ist deshalb äusserst sorgfältig auszuwählen, da sie es nicht liebt, verpflanzt zu werden. In der Regel entfaltet sie ihre volle Blütenpracht nach 3 Jahren. Dafür gehören Päonien zu den dauerhaftesten unter den Blütenstauden, und nicht selten werden gut gepflegte Pflanzen über 50 Jahre alt, ja es sind sogar über 100-jährige Exemplare bekannt.
Pflege
Im Verlauf des Jahres sind nur wenig Pflegemassnahmen nötig. Alle Bodenbearbeitungen sind mit äusserster Vorsicht durchzuführen, damit die Triebe nicht verletzt und die Wurzeln nicht beschädigt werden. Besser bringt man eine Mulchschicht (keine Rinden) rund um die Pflanze an, welche den Boden offen hält.
Während der Vegetationsperiode ist vor allem unmittelbar vor der Blüte darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet.
Die im Garten etablierten Päonien sind für eine leichte Düngergabe nach der Blüte sehr dankbar. Das ist wichtig, denn in dieser Zeit werden die neuen Blütenanlagen für das nächste Jahr gebildet. Geeignet sind alle langsam wirkenden organischen Düngemittel wie gut verrotteter Mist, Hornspäne, Knochenmehl oder auch reife Komposterde.
Wildpäonien sollten nicht gedüngt werden.
Strauchpäonien nie organischen, sondern mineralischen Dünger geben, da sie sonst auf Pilzbefall anfällig werden.
Im Herbst wird das Laub der Staudenpäonien handbreit über dem Boden abgeschnitten. Im ersten Standjahr ist eine Decke aus Tannreisig als Winterschutz anzubringen. Später ist dies nur noch in extrem kalten Lagen nötig. Einige amerikanische Staudenpäonien können im Frühjahr durch Spätfröste leiden. Es empfiehlt sich, die Pflanzen bei starken Spätfrösten mit einem Vlies zu schützen.
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Das Aufbinden ist vor allem bei den üppigen, gefüllt blühenden französischen Sorten der Staudenpäonien nötig. Die amerikanischen Züchtungen sind in der Regel standfest. Die Staudenpäonien sollten sektorenweise, ihrem natürlichen Wuchs entsprechend, und nicht wie Strohbündel zusammengebunden werden. Strauchpäonien müssen im allgemeinen nicht aufgebunden werden. Foto: W. Good |
Krankheiten
An Schädlingen ist hauptsächlich der Dickmaulrüssler zu nennen, der sich gerne an Blattwerk und Wurzeln vergreift. Bei warm-feuchter Witterung kann es vorkommen, dass die Blütenknospen der Staudenpäonien von einem Pilz befallen und schwarz werden. Der schlimmste Feind aber ist der Päoniengrauschimmel (Botrytis paeoniae). Dieser Pilz kann im Frühjahr bei warm-feuchtem Wetter die jungen Triebe der Strauchpäonien zum Welken bringen. Dann gibt es nichts anderes, als diese Triebe bis tief ins gesunde Holz abzuschneiden und zu verbrennen. Vorbeugend kann ein Fungizid gesprayt oder gespritzt werden. Nach meinen Beobachtungen werden hauptsächlich die Kulturformen der Paeonia suffruticosa von Botrytis befallen. Die Lutea-Hybriden scheinen weniger anfällig zu sein. Übrigens: Päonien am richtigen Ort richtig gepflanzt, wie oben beschrieben, werden praktisch nie krank.
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Es lohnt sich, Strauchpäonien im Vorfrühling, kurz vor dem Austrieb gerade unterhalb der austreibenden Knospen gründlich mit einem starken Fungizid zu spritzen. An dieser Stelle nämlich greift der gefürchtete Pilz an. |
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Typisches Erscheinungsbild einer von Botrytis geschädigten Strauchpäonie. Foto: Walter Good |
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Bild einer vom Pilz befallenen Blütenknope, die sie nie öffnen wird. |
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Blattwerk einer Staudenpäonie, die vom dickmaulrüssler befallen ist. Seltsamerweise verschonen die Dickmaulrüssler die Strauchpäonien. |
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