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Die Welt der Päonien (VII) |
Im Laufe ihrer Kultivierung durch die Menschen in den letzten 4000 Jahren entstanden in vier grossen Regionen der Erde zahlreiche Kulturformen. Es sind dies China, Japan, Europa und die USA. In jüngster Zeit werden auch in Neuseeland und Australien Päonien gezüchtet.
Strauchpäonien aus China
Schon früh, vor über 4000 Jahren nutzten die Bewohner Chinas die Päonien für medizinische Zwecke. Später begann man auch ihren ästhetischen Wert zu schätzen. In dieser langen Zeit entstanden (und verschwanden auch wieder) zahlreiche Gartenformen sowohl der Stauden- als auch der Strauchpäonien. China ist das eigentliche Ursprungsland der Päonienkultur - aus diesem Lande stammen letztlich unsere schönsten Gartenpäonien.
Während der Zeit der Sung-Dynastie (960 - 1279) existierte eine weit entwickelte Gartenkultur auf höchstem Niveau. Die chinesischen Gärtner brachten Päonien mit Hilfe von wärmendem Rauch vorzeitig zur Blüte, beherrschten angeblich die Vermehrung der Strauchpäonien mittels Stecklingen und erzielten durch Auslesezucht eine Menge schöner Kultursorten, die zum Teil noch heute im Handel sind, während im europäischen Frühmittelalter allenfalls in den Klostergärten die Medizinialpflanzen der Antike gezogen wurden. Es existierte damals auch schon eine gute Fachliteratur. Das beste Werk ist der «Bericht über die Päonien von Loyang», geschrieben von einem hohen Beamten namens Ou-yang Hsiu (1007 - 1072). Darin sind Strauchpäonien jener Zeit sowie die damaligen Gartentechniken im Detail beschrieben.
Das Schönheitsideal der Chinesen für Päonien waren die stark gefüllten Blüten mit möglichst vielen Petalen. Ihren Züchtungen gaben sie so poetische Namen wie:
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'Kraninche in Roter Harmonie', |
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'Tanzender Grüner Löwe' |
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'Rot der Morgenwolke'. |
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Yao Huang', (Gelbe der Familie Yao) |
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Paeonia suffruticosa 'Yao Huang' ist eine stark gefüllte, crèmefarben blühende Strauchpäonie, deren innere Blütenblätter gelb schimmern. Sie ist heute wieder erhältlich. In der Zeit der Sung-Dynastie war sie die begehrteste Strauchpäonie überhaupt. Sie entspricht dem chinesischen Schönheitsideal einer vollgefüllten Päonie mit einem Kranz schöner Aussenpetalen. Foto: Josh Westrich |
Die chinesischen Kultivare tragen das genetische Erbgut der im vorherigen gezeigten Wildarten der Strauchpäonien in sich. Es scheint aber praktisch sicher, dass die Chinesen in ihren Gärten weder die Wildarten Paeonia delavayi, Paeonia lutea noch Paeonia potaninii als Zierpflanzen kultiviert haben, und somit ist ihr genetisches Material auch nicht in den chinesischen und damit auch in den japanischen Struachpäonien-Sorten der Suffrtuticosa-Gruppe vertreten.
Chinesische Strauchpäonien gelangten Ende des 18. Jahrhunderts zum ersten Mal nach Europa, wo sie u. a. später von Victor Lemoine mit Paeonia lutea gekreuzt wurden. Dieser Pionier der Päonienzucht legte damit den Grundstein für die Lutea-Hybriden.
Staudenpäonien aus China
Gleichzeitig entstanden in China viele Kulturformen der staudigen Paeonia lactiflora, von denen Ende des 18. Jahrhunderts etliche nach Europa gelangten und hier weiter gezüchtet wurden.
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